Korschenbroich: Krippe von Joachim Tetzlaff in Niederrhein-Klinik

Joachim Tetzlaff : Korschenbroichs Krippenbauer baute auch für Klinik

Im Foyer der Niederrhein-Klinik ist seit kurzem eine neue Krippe zu bewundern. Der Erbauer, Joachim Tetzlaff, hat jede Menge Handarbeit investiert – kein Wunder, dass das Prachtexemplar jetzt von Patienten und Besuchern gleichermaßen bestaunt wird.

„Die Krippe ist wunderschön – ich bin sprachlos“, schwärmte Angelika Pollmanns, Verwaltungsleiterin der Niederrhein-Klinik. Der Mann, der früher als Tischler gearbeitet hat, hat schon für so manche Städtische Kindertagesstätte eine Krippe gebaut. Kaum zu glauben, dass er für sein neuestes Werk nur rund 25 Stunden gebraucht hat: Allein die Eindeckung des Dachs hat er unzählige winzige Strohgarben gebunden. Auch die rund zehn Zentimeter lange Axt ist in aufwändiger Handarbeit entstanden, ebenso wie die Säge.

Das Gerüst der Fachwerkscheune besteht aus Holz, das Joachim Tetzlaff im Baumarkt kaufte. Selbstverständlich ist die Deichsel es kleinen Wagens beweglich. Nur die Figuren sind festgeklebt, damit niemand in Versuchung gerät, sie als kleines Andenken mit nach Hause zu nehmen. Die Lehmoptik bekam er hin, indem er Sägemehl mit Leim vermengte.

Der Kontakt war durch Manfred Schmitz zustande gekommen, der seit drei Jahren Seelsorger in der Niederrhein-Klinik ist. Die beiden Männer hatten eine Shopping-Tour nach Kevelaer unternommen und dort die Figuren erworben.

Joachim Tetzlaff ist 63 Jahre alt. Vor 40 Jahren kam er aus Schlesien. Zuletzt hatte der handwerklich versierte Mann im Gebäudemanagement der Stadtverwaltung Korschenbroich gearbeitet. Dass gerade er die neue Krippe für die Niederrhein-Klinik gebaut hat, passt irgendwie: Joachim Tetzlaff ist fest im katholischen Glauben verwurzelt. Und er ist Krebspatient: Vor fünf Jahren ist ihm der Kehlkopf entfernt worden.