Korschenbroich: Kreistag gibt grünes Licht für Pescher Feuerwehrhaus

Im Kreistag : Grünes Licht für Pescher Feuerwehrhaus

Der Kreistag hat dem Vorhaben zugestimmt. Er hält das vorgesehene Grundstück für geeignet. Die Stadt will dort nun Bodenuntersuchungen machen und die mögliche Lärmentwicklung prüfen.

Die Stadt Korschenbroich plant auf einem Grundstück im Gebiet des Landschaftsschutzgebietes „Trietbachaue, Raderbroicher Busch, Hoppbruch“ den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses für die Löschgruppe Pesch. Dieses Vorhaben ist in diesem Jahr einen großen Schritt weitergekommen. Nachdem der Naturschutzbeirat dem Vorhaben bereits zugestimmt hatte, gab jetzt auch der Kreistag in seiner jüngsten Sitzung grünes Licht.

Der Naturschutzbeirat hatte festgestellt, dass neben dem Landschaftsschutz auch die Brandschutzbedarfsplanung zu berücksichtigen sei. Dabei sollte es um die geforderten Eintreffzeiten der Feuerwehr ebenso gehen wie um die Planung für ein neues Feuerwehrhaus in Kleinenbroich. Die Stadt Korschenbroich stellte dem Beirat den fortgeschriebenen Brandschutzbedarfsplan zur Verfügung, so dass nun im Beirat und im Kreistag alle Unterlagen zur Verfügung standen. Danach entspricht die bauliche Funktion des vorhandenen Feuerwehrhauses Pesch nicht den Anforderungen der Feuerwehr. Daraus ergebe sich die Forderung nach einem Neubau, der planungsrechtlich zu sichern sei. Dazu diente jetzt im Kreistag eine Änderung des Flächennutzungsplanes der Stadt Korschenbroich.

Die Stadt habe für einen Standort der neuen Feuerwache Pesch diverse Varianten im Vorfeld der Flächennutzungsplanänderung geprüft, so die Kreisverwaltung. Mögliche Standorte, wobei es insbesondere um die städtischen Grundstücke ging, seien betrachtet und auf ihre Vereinbarkeit mit den feuerwehrtechnischen Anforderungen überprüft worden. Ergebnis: Die Fläche neben dem Friedhof in Pesch sei die geeignetste Fläche zum Bau eines neuen Feuerwehrhauses.

Der Standort schließe an die Siedlungsfläche von Pesch direkt an und sei durch Straßen erschlossen, die die Anfahrt der Feuerwehrleute und Einsatzfahrten ermöglichen. In der Vergangenheit sei die Fläche mit Nadelgehölzen bewachsen gewesen. Diese seien in den Jahren 2012 und 2013 entfernt worden, seitdem habe sich auf der Fläche eine Sukzessionsvegetation entwickelt.

Aus landschaftsplanerischer Sicht sei mit der Planung der Stadt eine Verkleinerung des Landschaftsschutzgebietes verbunden. Der besondere Schutzzweck des Landschaftsschutzgebietes bestehe aus der Bedeutung der Waldflächen für die heimische Vogelwelt (zum Beispiel Höhlenbrüter), der Bedeutung des kleinflächigen Mosaiks aus Wald, Grünlandflächen und Feuchtflächen sowie Gräben und Bächen für die Erhaltung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts.

Zudem gehe es um die Vielfalt und Schönheit des Landschaftsbildes und um die Bedeutung des Gebietes für die Erholung. Der Zweck des Landschaftsschutzgebietes sei auch bei einer Herausnahme des geplanten Baugrundstückes weiter erfüllt. Bedeutende Waldflächen für Höhlenbrüter lägen nördlich und nordöstlich am Trietbach (Engbrücker Busch). Durch eine landschaftsangepasste Planung, insbesondere durch eine entsprechende Eingrünung, könnte ein Ausgleich für den Eingriff in den Naturhaushalt geschaffen und Wirkungen auf die Vielfalt und Schönheit des Landschaftsbildes gemindert werden.

Das von der Stadt Korschenbroich ins Auge gefasste Grundstück ist aus einsatztaktischer Sicht der Feuerwehr gut geeignet, die Planung der Stadt werde daher vom Amt für Sicherheit und Ordnung des Kreises ausdrücklich befürwortet. Der Kreistag stimmte der Änderung des Flächennutzungsplans zu und gab damit grünes Licht für die weiteren Planungen des Feuerwehrgerätehauses.

In der jüngsten Sitzung des Korschenbroicher Bauausschusses kündigte Beigeordneter Georg Onkelbach an, dass die Stadt den Standort in Pesch sehr genau untersuchen werden. Nachdem die Fläche aus dem Landschaftsschutz herausgenommen sei, „werden wir vorher Bodenuntersuchungen machen, und wir werden die mögliche Lärmentwicklung untersuchen, bevor wir überhaupt in ein Verfahren gehen. Wenn das nicht funktioniert, werden wir an anderer Stelle weitersuchen.“

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