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Korschenbroich: Kreis-Seniorenhaus will mehr Stammpersonal bis Ende 2019

Kreis-Seniorenhaus Korschenbroich : Heim will mehr Stammpersonal bis Ende 2019

Pflegekräfte aus Serbien hospitierten nun im Korschenbroicher Kreis-Seniorenhaus. Mit mehr Mitarbeitern soll möglichst zum Jahreswechsel der Aufnahmestopp aufgehoben werden. Auch die Informationspolitik soll besser werden.

Eines fiel Andrijana Dinic sehr schnell auf. „So viele Unterschiede gibt es in der Altenpflege gar nicht zwischen Deutschland und Serbien“, sagte die 22-Jährige. Kostenpflichtiger Inhalt Dinic gehörte zu einer Gruppe von serbischen Pflegekräften, die in den vergangenen Tagen in den Einrichtungen der Rhein-Kreis Neuss Kliniken in Korschenbroich und Grevenbroich hospitierten. Gemeinsam mit Aleksandar Deljanin und Svetlana Kitanovic lernte sie die Arbeitsprozesse im Korschenbroicher Seniorenhaus kennen, von der Pflege über die Medikamentenvergabe bis zur Dokumentation.

„Das Personal war sehr nett zu mir. Und auch die Verständigung mit den Bewohnern hat gut funktioniert“, sagt sie in bereits gutem Deutsch. In Serbien – sie kommt aus Jagodina, einer kleinen Stadt 100 Kilometer südöstlich von Belgrad – sei es sehr schwer, Arbeit zu finden, obwohl sie examinierte Pflegefachkraft sei. Deswegen möchte Dinic in Deutschland arbeiten – und langfristig bleiben.

Genau solche Pflegekräfte suchen die Rhein-Kreis Neuss Kliniken für ihre Häuser. Vor allem in Korschenbroich war der Personalmangel in den vergangenen Monaten derart prekär, dass der neue geschäftsführende Leiter der Seniorendienste, Wilfried Ellmann, im Juli einen Aufnahmestopp für das Haus verhängte. Dieser soll laut Ellmann – selbst erst seit Mai 2019 im Amt – möglichst zum Jahreswechsel wieder aufgehoben werden können. „Dann wollen wir wieder überwiegend  mit Stammpersonal arbeiten“, sagt Ellmann.

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14 Pflegekräfte aus Serbien hatte er nun in seinen Häusern zu Besuch. Möglichst viele von ihnen sollen einen Arbeitsvertrag erhalten. Bis jedoch alle Formalitäten erledigt sind und alle das deutsche Anerkennungsverfahren durchlaufen haben, vergehen noch ein paar Monate. „Diese Maßnahme ist jedoch nur ein Aspekt unserer Bemühungen“, sagt Ellmann, der betont: „Es ist das Entscheidende, wieder mehr Kontinuität und Qualität im Bereich der Mitarbeiter zu erreichen.“

Denn nach seinem Einstieg hat er schnell erkennen müssen, dass die Probleme in der Korschenbroi­cher Einrichtung vielfältig sind. Mängel in der Pflege, immer wieder wechselndes Personal, Lärm und Schmutz durch umfangreiche Umbaumaßnahmen und schlechtes Essen: Vor allem in den vergangenen anderthalb Jahren gab es viele Beschwerden. Ellmann äußerte sich in einem offenen Brief, der sowohl an die Angehörigen der Bewohner als auch an Korschenbroichs Politiker ging, zu den vielen Problemen und versprach auch, die Informationsweitergabe zu verbessern.

„Heimleiterin Iris Baldus oder ich sind täglich in Korschenbroich und immer ansprechbar. Es gibt einen Aushang mit den Kontaktdaten unseres Leitungsteams, wir wollen in den Dialog treten und Fragen beantworten. Denn das hat sicherlich in letzter Zeit unter den vielen Problemen gelitten“, sagt Ellmann. Er hofft, dass die bereits eingeleiteten Maßnahmen nach und nach greifen und für eine spürbare Verbesserung sorgen. Dazu gehören auch Andrijana Dinic und die übrigen Pflegekräfte aus Serbien.