Korschenbroich: Kreis genehmigt Windrad in Epsendorf voerst nicht

Geplante Anlage in Korschenbroich : Windrad ist nicht genehmigungsfähig

Im Streit um die geplante Anlage in Epsendorf ist der Rhein-Kreis zu einem ersten Urteil gelangt. Das bedeutet noch nicht das Ende des Projekts.

Die in der Nähe von Epsendorf geplante neue Windkraftanlage ist nach derzeitigem Stand nicht genehmigungsfähig. Das teilte der Rhein-Kreis Neuss am Montag mit. Der Antrag erfülle nicht die für eine Genehmigung im Bundes-Immissionsschutzgesetz festgelegten Voraussetzungen.

Grund dafür sind luftrechtliche Vorgaben, die die Bezirksregierung Düsseldorf bezüglich Höhe und Standort der Anlage geltend gemacht hat. Der private Investor, der das Windrad errichten möchte, hat nun bis zum 3. Februar Zeit Stellung zu beziehen oder den Antrag zurückzuziehen. Nach Ablauf der Frist wird die für die Genehmigung zuständige Untere Immissionsschutzbehörde des Rhein-Kreis Neuss endgültig entschieden.

Zuvor hatte sich bereits die Stadt Korschenbroich gegen die Pläne ausgesprochen. Denn das Windrad sollte zwar innerhalb des Windenergiebereichs der Bezirksregierung, jedoch außerhalb der Konzentrationszonen, die die Stadt vorgesehen hatte, errichtet werden.

Auch der Vorstand der „Dorfgemeinschaft Epsendorf“ hatte sich bereits gegen das Projekt gestellt und eigens eine Dorfversammlung einberufen (wir berichteten). Knackpunkt dort war unter anderem die geplante Höhe der Anlage. Mit 242,5 Metern sollte sie deutlich höher als die bisher in Korschenbroich errichteten Windräder sein. Und dabei nur 584 Meter Abstand zur Wohnbebauung halten.

„Ich bin prinzipiell für Windkraftanlagen“, sagte Christoph Schmidt damals unserer Redaktion. Er hatte das Positionspapier der „Dorfgemeinschaft“ maßgeblich verfasst. „Dass da allerdings im letzten Fitzelchen des Windenergiebereichs eine der größten Anlagen der Welt gebaut werden soll, ist für mich nicht verständlich.“ Er kritisierte zudem, dass der Infraschall in den Plänen nicht berücksichtigt worden war. Schall, dessen Frequenz unterhalb der menschlichen Hörfläche liegt und auf den rund zehn bis 30 Prozent der Bevölkerung empfindlich reagieren würden. Dadurch, dass die neue Anlage die dreifache Leistung der bereits gebauten Windräder erreichen sollte, steige auch die Infraschallemission, hieß es im Positionspapier.

Schmidt reagiert auch jetzt zunächst verhalten auf die vorläufige Entscheidung des Kreises. „An sich ist es natürlich begrüßenswert, dass die Anlage nicht genehmigungsfähig sein soll“, sagt er. „Wir sollten jedoch keine voreiligen Schlüsse daraus ziehen.“ Schmidt verweist auf das nach wie vor laufende Genehmigungsverfahren. Die Mitteilung des Kreises gebe lediglich einen Zwischenstand ab. Schmidt geht davon aus, dass sich das Projekt noch nicht erledigt hat. Er vermutet, dass der Investor nachbessern wird und das Windrad dann in etwas kleinerer Ausführung erneut zur Genehmigung beim Kreis vorlegt. „Noch haben wir keinen endgültigen Beschluss“, sagt er.