Korschenbroich: Kleingärtnerverein hat Kooperation mit Kindergarten

Im Kleingärtnerverein Korschenbroich : Kita-Kinder hegen Gemüse in Hochbeeten

Bei der Pflanzaktion mit dem Kleingärtnerverein Korschenbroich lernen die Nachwuchsgärtner eine Menge über die Herkunft von Lebensmitteln. Seit der ersten Ernte wissen sie: Die eigenen Früchte schmecken besonders gut.

Die Tomaten sind noch ziemlich grün und die Kohlrabi zu klein. Doch die grünen und gelben Zucchini von stattlicher Größe können geerntet werden. Die Kinder der Familienzentren Am Sportplatz und in Pesch verlassen sich zwar noch auf das Urteil ihrer Gartenpaten und Erzieher, kennen sich aber doch schon recht gut aus. Schließlich sind sie regelmäßig zu Gast im Kleingärtnerverein an der Donatusstraße, wo sie nach fröhlichem Toben auf dem vereinseigenen Spielplatz ihre eigenen Hochbeete hegen und pflegen.

„Uns ist es wichtig, dass die Kinder wissen, wie Obst und Gemüse wachsen und dass beides nicht einfach nur aus dem Geschäft kommt. Hier in Korschenbroich sehen Kinder wenigstens noch Kühe auf der Wiese. Ein in der Großstadt aufgewachsener Neffe von mir glaubte lange Zeit, Milch käme aus dem Kühlregal, bis er dann auf einem Bauernhof erstmals eine Kuh gesehen hat,“ erzählt Birgit Ferch, Vorsitzende des Kleingärtnervereins. Mit Ehemann Alois hatte sie an einem Sonntagnachmittag die Idee zur Pflanzaktion in Kooperation mit den Kitas.

Schnell waren Mitstreiter in und außerhalb des Vereins gefunden. Sponsoren finanzierten die Kosten für die Errichtung und Bepflanzung der Hochbeete, die von einigen Pächtern aufgebaut, fachgerecht mit Reisig, Pferdemist, Muttererde, einem Gemisch aus Blumenerde sowie Kompost befüllt wurden und im unteren Bereich mit Draht vor Wühlmäusen geschützt sind. Die rührigen Vereinsmitglieder Peter Große-Wächter und Hansgeorg Westermann betreuen die Gartenarbeit der Gäste als Paten und erfreuen sich an der Begeisterung der Kinder. „Die sollen hier möglichst selbstständig gärtnern. Daher durften sie auch selbst entscheiden, was hier gepflanzt wird. So haben wir hier ein schönes Mischbeet. Da schützen sich die Pflanzen selbst“, erzählt Große-Wächter.

Ausgestattet mit langer Schürze, Gartenhandschuhen, kleiner Schaufel und Harke gehen seine Schützlinge ans Werk. Lina weiß noch gut, dass beim ersten Besuch in den Kästen nur dunkle Erde zu sehen war. Sie hätten kleine Pünktchen in die Erde gedrückt, erzählt Leni. Daraus entwickelten sich die Pflanzen, die inzwischen üppig gewachsen sind, so dass die größeren unter ihnen die Kinder überragen.

„Den Kindern ist aufgefallen, dass ihre Ernte hier besser schmeckt als das, was im Geschäft gekauft wird“, sagt Stefanie Bangder, Erzieherin vom Familienzentrum Pesch. Kollegin Beate Franosch von der Kindertagesstätte Am Sportplatz pflückt mit den kleinen Nachwuchsgärtnern behutsam Blüten der Kapuzinerkresse und zeigt ihnen, dass die hübschen Blütenblätter nicht nur sehr hübsch aussehen, sondern auch gut schmecken.

In den Kindergärten werden die frisch geernteten Tomaten, Gurken und Kohlrabi gerne beim Frühstück verwertet, so dass die Kinder beim Genuss der Früchte ihrer Arbeit den Zusammenhang zwischen Pflanzaktion und Ernährung erleben. Der Spielplatz der öffentlich zugänglichen Anlage war immer schon beliebt. Nun kommen noch öfter Eltern und Großeltern mit Kindern, um nach den Hochbeeten zu schauen. Das freut die Gartenfreunde, denen ein achtsamer Umgang mit Wachstum und Lebensmitteln wichtig ist.

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