Korschenbroich: Keine guten Noten für den Radverkehr im Fahrradklima-Test

Fahrradklima-Test des ADFC in Korschenbroich : Keine guten Noten für den Radverkehr

Beim Fahrradklima-Test des ADFC bekommt Korschenbroich die Schulnote 4,0. Damit liegt die Stadt landesweit im unteren Mittelfeld. Beklagt werden schlechte Radwege und zu wenige Öffnungen von Einbahnstraßen.

Im November fragte der ADFC in einer Onlineumfrage die Radfahrer in Deutschland danach, wie fahrradfreundlich ihre Stadt ist. Nun liegen die Ergebnisse vor. Wie der ADFC mitteilt, erteilen die Radfahrer in Korschenbroich der Stadt im Fahrradklima-Test die Schulnote 4,0. Auf einem Schulzeugnis würde dies bedeuten: Gerade noch geschafft. Mit diesem Ergebnis liegt die Stadt bundesweit bei der Städten zwischen 200.000 und 500.000 Einwohnern auf Platz 200 von 311. Landesweit sieht es noch schlechter aus. Da liegt Korschenbroich auf Platz 50 von 82. Im Vergleich zum letzten für Korschenbroich vorliegenden Ergebnis aus 2014 hat sich die Stadt damit verschlechtert. Damals gab es die Note 3,7. „Wir sind damit nicht zufrieden. Wir werden uns die Ergebnisse detailliert anschauen und gemeinsam mit der Politik Lösungsansätze für eine Verbesserung suchen. Außerdem werden wir die einzelnen Punkte mit dem ADFC Korschenbroich erörtern“, sagt der technische Beigeordnete Georg Onkelbach.

Als positiv bewerteten die Teilnehmer der Umfrage, dass das Stadtzentrum per Rad gut zu erreichen ist, man zügig voran komme und das Sicherheitsgefühl gut sei. Außerdem gebe es kaum Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern. „Das nehmen wir erfreut zur Kenntnis. Gerade in diesem Bereich handelt es sich allerdings um eine subjektive Einschätzung“, sagt Onkelbach. Was die Teilnehmer der Umfrage beklagen, dürfte ihn weniger freuen. So beklagen die Teilnehmer der Umfrage, dass es zu wenige öffentliche Fahrräder gebe. Für diesen Zustand gab es in der Umfrage die Note „Mangelhaft“. „Derzeit gibt es Bestrebungen zu einer Aufnahme der Stadt in die Arbeitsgemeinschaft Fahrrad- und Fußgängerfreundlicher Städte in NRW. In diesem Rahmen prüfen wir verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung eines fahrradfreundlichen Klimas. Selbstverständlich sind auch öffentliche Fahrräder ein Thema“, erklärt Onkelbach.

Neben schlechten Ampelschaltungen für Radfahrer stört es die Umfrageteilnehmer, dass zu viele Autofahrer falsch parken und damit Radwege blockieren. "Die Überwachungskräfte des Ordnungsamtes sind regelmäßig im Stadtgebiet unterwegs. Stellen sie Verstöße fest, werden Verwarnungen ausgesprochen“, sagt Onkelbach. Den Teilnehmern der Umfrage reicht das aber offensichtlich nicht. Ein Hauptkritikpunkt der Teilnehmer der Umfrage ist, dass zu wenige Einbahnstraßen in Gegenrichtung für den Radverkehr geöffnet werden. Das ist auch aktuell Thema in der Politik. Die Stadtverwaltung hat sich bereits gegen die Öffnungen ausgesprochen. „Die Rechtslage ist eindeutig. Nicht jede Einbahnstraße kann für den Fahrradverkehr freigegeben werden. Es muss ausreichend Platz vorhanden sein. Dort, wo es rechtlich möglich ist, werden wir es zulassen. Die Umfrage wird unsere Entscheidung nicht beeinflussen“, kündigt Onkelbach an.

Außerdem beklagen die Teilnehmer der Umfrage, dass viele Radwege in einem schlechten Zustand seien und zu selten gereinigt werden. Georg Onkelbach ruft die Radfahrer auf, Verunreinigungen bei der Stadt zu melden. Die Aussage über den Zustand der Radwege findet er zu pauschal. „Ob eine Korrektur möglich ist, hängt nicht zuletzt von den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln ab. Außerdem stehen nicht alle Radwege in der Baulast der Stadt Korschenbroich."

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