1. NRW
  2. Städte
  3. Korschenbroich

Korschenbroich: Katrin Schmitz hat Angst vor einer Fluitbach-Überschwemmung.

Raderbroicher Anwohnerin fordert dauerhaften Schutz : Die Angst vor dem Fluitbach

Katrin Schmitz kämpft seit Jahren um einen besseren Schutz für ihren Hof. Die Stadt plant einen Feldversuch. Der Anwohnerin ist das nicht genug.

Wer Katrin Schmitz trifft, erlebt eine aufgebrachte Frau. Sie ist wütend, und sie hat Angst. Um ihre Existenz. Sogar um ihr Leben, wie sie sagt. Wenn Schmitz vom Fluitbach redet, der vor ihrem alten Bauernhof verläuft, greift sie zu drastischen Vergleichen. Dann ist die Rede von der Elbflut in Hamburg und vom Einsturz des Kölner Stadtarchivs. Ähnliches, so Schmitz, drohe im schlimmsten Fall auch bei ihr in Raderbroich.

Ihre Probleme mit dem Wasser sind nicht neu. Schon ihre Großmutter habe sich einst mit der Stadt auseinandergesetzt. Aber im Sommer habe sich die Lage verschärft. Damals wurde die Sohle des Fluitbachs in Teilen vertieft. „Das Sohlegefälle stimmt nicht. Das ist schon mit bloßem Auge zu erkennen“, sagte Schmitz damals. Ihr Hof liegt in der Senke. Schmitz hatte Angst, dass sich das Wasser dort noch stärker stauen würde. Schon jetzt weise das Gemäuer Risse auf.

Die Stadt reagierte auf die Beschwerde. Vertreter der Stadt, darunter der stellvertretende Bürgermeister Albert Richter, kamen zu einem Ortstermin vorbei. Es sollten Lösungen geprüft werden, darunter der Bau einer Sperreinrichtung. Geschehen sei seitdem nichts, klagt Schmitz. „Dabei ist Gefahr im Vollzug“, sagt sie. „Ich fühle mich nicht ernst genommen.“

Damit die Stadt dauerhaft tätig werden kann, braucht es die Genehmigung der Unteren Wasserbehörde des Rhein-Kreis Neuss. Diese ist bislang noch nicht erteilt worden. Das bestätigen Stadt und Kreis. Was jedoch möglich sei, ist ein Feldversuch. Der Städtische Abwasserbetrieb wird am 6. November daher testweise sogenannte Bigbags vor dem Hof von Katrin Schmitz anbringen. Diese Sandsäcke sollen das Haus vor einer möglichen Überflutung schützen. „Nach dem Feldversuch wird ein Genehmigungsantrag eingereicht“, teilt die Stadt mit.

Es tut sich also etwas in Raderbroich. Allerdings nicht so, wie sich Schmitz das vorstellt. „Wir brauchen keine Testphase“, sagt sie. Das Problem sei so lange bekannt, sie wolle jetzt eine endgültige Absicherung. Außerdem müsse die Böschung vor ihrem Hof wieder in Ordnung gebracht werden. Mit dem Ergebnis der Arbeiten dort sei sie nicht einverstanden. „Das hier noch nichts passiert ist, kann ich als Mensch nicht nachvollziehen“, sagte sie. Versprechen glaube sie schon lange nicht mehr.

In den letzten Monaten hat Schmitz einen richtigen Starkregen erlebt. Richtig „klatsch-bums-nass“ sei der Boden danach gewesen, das Wasser kaum abgesickert. Bis sie nicht vor Überschwemmungen und Hangrutschen gesichert ist, gebe sie keine Ruhe. „Ich höre nicht auf“, sagt sie. Und wer sie erlebt, glaubt ihr jedes Wort.