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Korschenbroich Karneval fällt komplett aus

Umfrage bei Karnevalsvereinen in Korschenbroich : Narren stellen sich auf Totalausfall ein

Eine Umfrage unter Karnevalsvereinen hat ergeben: Finanzielle Ausfälle gibt es kaum. Den Neersbroicher Sportfreunden fehlen aber die Einnahmen, um die Kredite für den Kunstrasenplatz zu bedienen.

Im Oktober hatten einige der Akteure im Korschenbroicher Karneval noch etliche kleinere Veranstaltungen für möglich gehalten. Jetzt steht aber fest, dass die Narren sich auf einen Totalausfall eingestellt haben. Das tut ihnen weh. Trotzdem ist die Erkenntnis da, dass die Entscheidung, alle Veranstaltungen abzusagen, alternativlos ist.

Sonja Kunz, Vorsitzende der Kleinenbroicher Karnevalsfreunde, hatte bis zuletzt gehofft, dass der Hoppeditz, in welcher Form auch immer, hätte erweckt werden können, dass vielleicht kleine Kostproben des närrischen Treibens vor den Altenheimen hätten präsentiert werden können. Daraus ist nichts geworden beziehungsweise wird in diesem Jahr erneut nichts. Die Sitzung war fest eingeplant, die Verträge abgeschlossen. Die Kleinenbroicher hatten Glück im Unglück: „Wir sind zum Glück nicht auf irgendwelchen Kosten sitzen geblieben“, freut sich Sonja Kunz. Sie hofft, dass in 2022 wieder alles ganz normal läuft. Viele Programmpunkte, die für die diesjährige Sitzung geplant waren, sollen die Narren im nächsten Jahr zum Lachen bringen.

Ganz ohne finanzielle Einbußen kommen die Neersbroicher Sportfreunde nicht davon. Nachdem das traditionelle Käferfest im Sommer letzten Jahres bereits ausgefallen war und der Karnevalszug wegen eines drohenden Sturms in letzter Minute hatte abgesagt werden müssen, gibt es in dieser Session keine einzige närrische Aktivität. Der Vereinsvorsitzende Udo Koch erklärte auf Nachfrage: „Wir haben im November die Entscheidung getroffen, alle Termine abzusagen.“

2000 Narren hatten sich zuletzt auf der Karnevalsparty getummelt. Die Neersbroicher investieren jede Menge Vorbereitungszeit in die Party und den Karnevalszug. Die „Dividende“ im Bereich eines kleinen vierstelligen werde benötigt, um Kredite für den Kunstrasenplatz bedienen zu können. „Ein weiteres Jahr ohne diese Einnahmen wäre schlecht“, sagt der Vorsitzende, der von Beruf Bankkaufmann ist.

Tobias Schütte von den Karnevalsfreunden Liedberg muss sich um die Finanzen keine großen Sorgen machen. „Was für die Einnahmen übrig blieb, wurde in den Kinderzug gesteckt“, erklärt Schütte. Den Kinderzug wird es in diesem Jahr auch nicht geben. Die Laune haben sich die Liedberger Narren nicht vermiesen lassen: „Ich bin guter Dinge, dass es bald wieder so wie früher weitergehen wird“, erklärt Tobias Schütte. Er setzt auf einen Nachholbedarf nach der Pandemie.

„Bei uns läuft in diesem Jahr gar nichts“, sagt Andrea Otten. Sie ist sonst immer auf den Sitzungen der Katholischen Frauengemeinschaft Korschenbroich aktiv. Diese Sitzungen finden im Wechsel mit denen der Katholischen Frauengemeinschaft Herrenshoff statt und eigentlich wären die Herrenshoffer jetzt an der Reihe gewesen.

Nachdem diese ihre Sitzung schon im Herbst abgesagt hatten, hatten die Mitglieder des Karnevalsausschusses der Katholischen Frauengemeinschaft Korschenbroich zunächst Überlegungen angestellt, etwas Närrisches zu bieten. Aber auch diese Pläne mussten verworfen werden. „Wir schicken uns Sachen hin und her, aus denen man für nächstes Jahr Sketche machen könnte“, verrät Andrea Otten. Was ihr und ihren Mitstreiterinnen die Kraft dazu gibt, ist folgende Gewissheit: „Der Karneval wird nicht sterben!“