Korschenbroich: Jugendliche peppen Skateranlage auf

Graffiti-Aktion an der Hauptschule Korschenbroich : Jugendliche peppen Skateranlage auf

Bei einer Graffiti-Aktion gestalten Jugendliche die in die Jahre gekommene Anlage an der Hauptschule in Kleinenbroich neu. Damit setzen sie einen Beschluss der zweiten Korschenbroicher Jugendkonferenz um.

Für die Realisierung der Skateranlage an der Gemeinschaftshauptschule hatten sich einst Jugendliche stark gemacht und diese mit diversen Aktionen in Teilen sogar finanziert. Der gute Geist von damals hat sich gehalten: Bei der Neugestaltung der alten Anlage stehen abermals junge Menschen in vorderster Reihe. Zur zweiten Korschenbroicher Jugendkonferenz wurde der Wunsch nach einer Neugestaltung laut – und diese schließlich beschlossen.

In dieser Woche treffen sich täglich zehn bis zwölf Jugendliche zwischen 13 und 20 Jahren, um mit Mundschutz und Handschuhen ihr Werk zu vollbringen. Als gute Seele des Unternehmens benennen sie Michael Hackling vom Kreisjugendamt. Hackling betreut die Graffiti-Aktion und zeitgleich die in der Hauptschule stattfindende Ferienaktion „Art Attack“ in einer Kooperation des Familienbüros des Rhein-Kreises Neuss mit der Hauptschule und der Jugendeinrichtung Basement. Die in der Schule an Workshops und Aktionen beteiligten Kinder und Jugendlichen zwischen zehn und 13 Jahren helfen mitunter bei der Gestaltung der Skateranlage mit.

„Wir halten Kontakt zu Graffiti-Künstlern. Schließlich möchten wir Projekte haben, die junge Menschen überzeugen und sie kreativ herausfordern“, sagt Reinhard Giese vom Jugendamt zum Projekt. Wie Jugendamtsleiterin Marion Klein ist er begeistert von der Motivation der Beteiligten und dem Ergebnis ihrer Arbeit. Lob kommt ebenso von Bürgermeister Marc Venten, der versichert: „Es ist toll, dass ihr nicht nur Vorschläge macht, sondern diese auch umsetzt und konsequent Hand anlegt. Damit übernehmt ihr eine Vorbildfunktion.“

Das Projekt begann nicht erst in dieser Woche, sondern beinahe unmittelbar nach dem Beschluss. In einem ersten Schritt musste die Skateranlage ausgebessert werden. Jugendliche trafen sich, um Gestaltung und Farbgebung zu besprechen. „Wir haben uns für geometrisch mathematische Formen entschieden“, erzählt die 18-jährige Klara Kuchta. Ihr gefällt das Selbermachen in einer „Super-Gruppe“. „Es ist schön zu sehen, wie der Wunsch der Jugendkonferenz umgesetzt wird, und wir daran beteiligt sind“, betont sie. „Es ist auch wichtig zu sehen, wieviel Arbeit hierfür nötig ist“, sagt Anna-Lisa Kleinen (13). Sebastian von der Bank (13) ist es ein Anliegen, dass junge Menschen die Gestaltung mitverantworten. Er freut sich, dass ergänzend zu geometrischen Formen die Motive Bike und Basketballkorb als Hingucker hinzugefügt sind.

Anleitung und Hilfestellung gibt Felix Päffgen (20), der zum Handwerk strebt und Graffiti-Kunst als Hobby pflegt. Er arbeitet vor und nach – schließlich ist die Ausführung auch ein Stück künstlerisches Handwerk. „Die Skateranlage ist ein Treffpunkt für junge Menschen“, sagt Giese, der weiß, dass nicht nur Skater hierherkommen. Der Jugendpfleger vermutet, dass irgendwann E-Roller und andere Trends das Erscheinungsbild der Anlage mitbestimmen werden.

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