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Korschenbroich/Jüchen: Was Sie zur Kommunalwahl 2020 wissen müssen

Neuer Stadtrat in Korschenbroich und Jüchen : Was Sie zur Kommunalwahl wissen müssen

Am 13. September entscheiden die Bürger in Korschenbroich und Jüchen über einen neuen Stadtrat und einen neuen Bürgermeister. Ein Überblick darüber, wer zur Wahl steht und was sie sonst noch wissen müssen.

Noch etwas mehr als drei Monate, dann finden in Nordrhein-Westfalen die Kommunalwahlen statt. Zum Wahlkampfauftakt in Korschenbroich und Jüchen haben wir die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengestellt.

Was wird gewählt? Am 13. September werden im ganzen Bundesland Stadträte, Kreistage und in den meisten Kommunen auch Bürgermeister und Landräte gewählt. So auch in Korschenbroich und Jüchen. Die aktuelle Wahlperiode dauert ausnahmsweise sechs Jahre, um anschließend Bürgermeister- und Stadtratswahlen wieder auf einen Tag legen zu können. Danach erstreckt sich die Wahlperiode wieder über fünf Jahre.

Für die Stadtratswahlen stellen die Parteien und Wählergemeinschaften in den beiden Städten jeweils bis zu 19 Kandidaten auf, die in den einzelnen Wahlkreisen gegeneinander antreten. Der Wahlkreissieger zieht ebenso in den Rat ein wie weitere Kandidaten entsprechend des Gesamtergebnisses ihrer Partei oder Wählergemeinschaft. Die gewählten Personen hängen dann von der intern gewählten Reihenfolge auf den jeweiligen Reservelisten ab. In Korschenbroich und Jüchen sind auf dieser Grundlage derzeit jeweils 42 Bürger Mitglieder des Stadtrats.

Wie ging die vergangene Wahl aus? In Korschenbroich konnte die CDU bei der Ratswahl 2014 46,9 Prozent der Stimmen auf sich vereinen (20 Sitze). Es folgten die SPD (9 Sitze), Die Aktive (5), Grüne (4), FDP (2), Zentrum (1) und ULLi (1). Bei der Bürgermeisterwahl 2015 setzte sich Marc Venten (CDU) im zweiten Wahlgang mit 62,7 Prozent der Stimmen gegen Albert Richter (SPD) durch.

In Jüchen gewann die CDU 2014 mit 46,3 Prozent der Stimmen die Ratswahl (20 Sitze). Es folgten die SPD (11 Sitze), FDP (3), Grüne (3), FWG (3), Die Linke (1) und SöWa (1). Bei der Bürgermeisterwahl setzte sich Harald Zillikens (CDU) im ersten Wahlgang mit 68,2 Prozent der Stimmen durch.

Wer tritt am 13. September zur Bürgermeisterwahl an? In Korschenbroich stehen bislang zwei Kandidaten fest: Amtsinhaber Marc Venten und SPD-Herausfordererin Monika Stevens. Drei weitere Konkurrenten könnten noch folgen. Die Aktive (am Freitag) und die Grünen (15. Juni) überlegen, bei ihren Mitgliederversammlungen ebenfalls Kandidaten aufzustellen. Auch die AfD hat nach eigenen Angaben vor, einen Bewerber aufzustellen.

In Jüchen tritt Georg Stiller (parteilos) gegen Amtsinhaber Harald Zillikens an. Ob die SPD auch noch einen Bürgermeisterkandidaten aufstellt, entscheidet sich endgültig bei der Mitgliederversammlung am Mittwochabend. Die AfD entscheidet am Freitag darüber, ob sie einen eigenen Kandidaten aufstellt oder einen der übrigen unterstützt. Die CDU, die FDP und die Grünen wollen Harald Zillikens unterstützen, die FWG möchte neutral bleiben.

Wer tritt am 13. September bei der Stadtratswahl an? Alle Parteien und Wählervereinigungen, die 2014 in den Korschenbroicher Stadrat eingezogen sind, wollen auch 2020 mit eigenen Listen kandidieren. Außerdem hat die AfD ihre Kandidatur angekündigt. Die Grünen Realos, die sich im vergangenen Herbst aus der Ratsfraktion der Grünen abgespalten haben, werden nicht antreten.

In Jüchen treten neben CDU, SPD, FDP, Grünen und FWG erneut Die Linke und Söwa an. Auch dort wird die AfD erstmals für den Stadtrat kandidieren.

Wie ist Wahlkampf in Zeiten der Corona-Krise möglich? Vom allgemeinen Veranstaltungsverbot seien politische Veranstaltungen von Parteien ausgenommen. Hierzu gehörten laut einem Sprecher der Stadt Korschenbroich Wahlkampfstände, Aufstellungs- und Vorbereitungsversammlungen zu Wahlen. Bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen müsse die Rückverfolgbarkeit sichergestellt werden.

In Jüchen sind laut Stadt im Wahlkampf nur Infostände erlaubt, wobei die Parteien die Pflicht und Verantwortung für die Einhaltung der Hygienevorschriften haben. Drei Monate vor dem Wahltag am 13. September dürfen die Parteien dort zudem mit dem Plakatieren beginnen.

Kann die Wahl aus heutiger Sicht regulär ablaufen? Beide Städte sind sich einig, dass derzeit von einem normalen Ablauf der Wahl ausgegangen werden kann. Lediglich besondere Hygienevorkehrungen in den Wahllokalen und bei den Briefwahlvorständen seien laut einem Sprecher der Stadt Jüchen notwendig.

Eine Zusammenlegung mehrerer Stimmbezirke sei im Sinne der Kontaktverminderung nicht beabsichtigt, teilt die Stadt Korschenbroich mit. Derzeit bleibe es auch beim zu Beginn dieses Jahres festgelegten Plan für die einzelnen Wahllokale. Sollten wegen der Corona-Pandemie Wahllokale im September nicht genutzt werden können, stünden bereits Ersatzräume bereit.

Wie viele Wahlhelfer werden benötigt? In Jüchen soll die Suche nach den rund 200 benötigten Wahlhelfern jetzt beginnen. Ein Sprecher der Stadt geht davon aus, dass das nötige Personal problemlos gefunden wird.

In Korschenbroich sind die 240 benötigen Wahlhelfer bereits einberufen worden. Auch Absagen einzelner Wahlhelfer könnten laut Stadt durch eine Nachberufung leicht kompensiert werden.

Wie verläuft der Wahlabend? Nach Ablauf der Abstimmungszeit am 13. September beginnt ab 18 Uhr die Auszählung der Stimmen für die Kandidaten in den jeweils 19 Wahlbezirken in Korschenbroich und Jüchen.

Für gewöhnlich findet aus diesem Anlass auch eine öffentliche Ergebnisübertragung in den jeweiligen Rathäusern statt. Ob dies auch in diesem Jahr der Fall sei, müsse der weitere Verlauf der Corona-Pandemie zeigen, teilte ein Sprecher der Stadt Jüchen mit. Aus Korschenbroich heißt es, dass über eine etwaige offizielle Veranstaltung zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werde.