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Korschenbroich: Johannes-Wolf-Straße wird am 1. Oktober 2021 umbenannt

Nach Missbrauchsvorwürfen : Schilder der Johannes-Wolf-Straße werden ersetzt

Die Stadt hat jetzt einen Termin bekanntgegeben, wann die neuen Schilder aufgestellt werden. Außerdem gibt es spezielle Zeiten, damit Anwohner ihre Dokumente ändern lassen können.

Das Entsetzen war groß, nachdem Mitte Juni bekannt geworden war, dass der 1993 verstorbene Pfarrer Johannes Wolf massive sexualisierte Übergriffe begangen haben soll. Kostenpflichtiger Inhalt Anfang der 1960er Jahre soll Wolf, der zwischen 1945 und 1984 als Seelsorger in Kleinenbroich tätig war, minderjährige Jungen missbraucht haben. Die katholische Pfarrgemeinde St. Dionysius in Kleinenbroich hatte daraufhin bei Bürgermeister Marc Venten den Antrag gestellt, die Straße umzubenennen. Am Freitag, 1. Oktober, ist es soweit. Dann wird die Johannes-Wolf-Straße in Kleinenbroich umbenannt und die neuen Straßenschilder Kostenpflichtiger Inhalt „An der Obstwiese“ aufgestellt.

Wie die Stadt mitteilt, gibt es für die Anwohner der Straße am Samstag, 2. Oktober, zu den gesonderten Öffnungszeiten von 9.30 bis 12.30 Uhr die Möglichkeit, ihre Personalausweise mit einem neuen Adressaufkleber versehen zu lassen. Gleichzeitig wird auch eine Änderung der Anschriften in den Fahrzeugzulassungen im Auftrag für das Straßenverkehrsamt des Rhein-Kreises Neuss angeboten. Es fallen keine Kosten dafür an, so die Stadt.

Hintergrund: 2009 hatte ein Betroffener dem damaligen Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff geschrieben und darin geschildert, dass er als Minderjähriger massive sexualisierte Übergriffe durch Pfarrer Wolf erleiden musste. Sein Antrag auf Anerkennung wurde seinerzeit genehmigt. 2011 hatte sich ein weiterer Betroffener gemeldet. Beide wollten ihr Anliegen nicht öffentlich machen. Mitte März hatte aber der CDU-Fraktionsvorsitzende Thomas Siegers eine Mail von Christa Wirtz aus Kleinenbroich erhalten, in der sie schilderte, dass sie darum wisse, dass Pfarrer Wolf körperliche Gewalt unter den Messdienern verübt habe. Sie hatte angeregt, die Straße umzubenennen.