Korschenbroich: Jodelworkshop im Rheinland

Korschenbroich : Auch im Rheinland lässt sich jodeln: Ein Workshop für die Stimme

Beim Jodelworkshop lernen die Teilnehmer, ihrer Stimme unbändig freien Lauf zu lassen.

Wer bei dem Begriff Jodeln an Berge, Dirndl und den Musikantenstadel denkt, der wird in Ursula Scribanos Jodelworkshop schnell eines Besseren belehrt. Am Wochenende fand in der Alten Schule in Korschenbroich so ein Workshop statt und die Teilnehmer haben bewiesen, dass es sich auch im Rheinland wunderbar jodeln lässt, und das ganz ohne Berge, Alm und Dirndl. Denn damit hat Jodeln laut Ursula Scribano nur entfernt etwas zu tun: „Jodeln ist ein ursprünglicher und vorsprachlicher Stimmausdruck. Und es ist keine auf eine Region bezogene Volksmusik, sondern eine Weltmusik.“

In Zentralafrika gebe es Stämme, die seit Urzeiten jodeln, sich dabei in Trance versetzen. Durch das Jodeln werde den Gefühlen Ausdruck verliehen, man könne sich auch mit den Tieren verständigen. „Die Stimme darf laut und unbändig sein, sie darf brechen und unkontrolliert sein“, erklärt sie. Das ist es, was die Kursteilnehmer Heinz Starken (65) aus Krefeld und Carla Knuth (52) aus Grevenbroich am Jodeln begeistert. „Wir sind Chorsäger im Neusser Münsterchor. Da geht es um Stimmkontrolle und Singen nach klassischen Chorwerken.

Hier in diesem Kurs geht es um das bewusste Wahrnehmen des eigenen Körpers. Es geht um Erdung und gleichzeitig Lockerung.“ Auch Workshop-Organisatorin Johanna Bolten ist fasziniert. „Als Erwachsene versuchen wir immer, unsere Stimme zu kontrollieren. Aber hier darf die Stimme wie ein wildes Pferd sein.“ Starken ist der Ansicht, dass schon Grundschulkinder vom Jodeln profitieren könnten: „Es wird immer gefragt, welches Musikinstrument die Kinder lernen möchten, die Stimme wird oft vernachlässigt.“ Scribano, Bolten und auch die Workshopteilnehmer sind sich sicher, dass das nicht der letzte Jodelworkshop in Korschenbroich war. „Die Rheinländer sind so offen, liebenswürdig und begeisterungsfähig“, sagt Scribano. Knuth beschreibt es so: „Hier kann man Power geben und drauf los singen. Es macht einfach ganz viel Freude.“

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