Korschenbroich: Jecke Frauen sorgen für tolles Treiben in Glehn

Karneval in Korschenbroich-Glehn: Jecke Frauen sorgen für tolles Treiben

Ausverkauft waren die Karnevalssitzungen der Katholischen Frauengemeinschaft in Glehn. Die Frauen begeisterten mit einem vielseitigen Programm von der Suche nach einem weiblichen Kaplan bis zur besonderen Thermomix-Party. 

In Glehn ging es in drei Karnevalssitzungen der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd) am Wochenende hoch her. Nicht ohne Grund sind die Karten für alle fünf Sitzungen im Glehner Pfarrzentrum schnell ausverkauft gewesen. Die Frauen haben eine Menge Ideen und in eigenen Reihen auch eine Menge jecke Talente – und obendrein mit Manfred Kubecke einen Musiker, der die Stimmung nochmals einheizt.

Schon Stunden vor Beginn versuchte das närrische Publikum, sich die besten Plätze zu sichern. Mit dabei waren auch Gäste von der kfd in Rosellen, Büttgen und Grefrath. Los ging es frei nach dem Räuber-Hit „He am Rhing“ (Hier am Rhein) mit dem flotten Begrüßungslied „Hier in Glehn“. Ein gutes Zeichen: Das Publikum sang schon mit. Für Renate Schumacher und Anja Melz vom gleichberechtigten siebenköpfigen Vorstandsteam war es bei ihrer Begrüßung toll zu sehen, dass die Leute bereits in Stimmung waren. Claudia Holländer im grün glitzernden Pailletten-Frack führte humorvoll durch das Programm, als ob sie ihr ganzes Leben nichts anderes getan hätte. Hoppeditzin Michaela Rosen war ebenfalls unverzichtbar – wie auch die beiden Techniker Markus und Frank Rosen.

Annemarie Esser, die mit ihrer „Klage über den Ehemann“ die Rolle des Eisbrechers bestens meisterte, verdiente sich die erste Rakete. Schlag auf Schlag folgten Highlights wie die Spielszene „Weibliche Kapläne gesucht“. Renate Schumachter überzeugte als „Monseignore Fromm“, Mary Mecking als „Prälat Engel“, Maria Maaßen als „Frau Doktor Reuter von Pimpernell“. Nicht zu vergessen die Bewerberinnen um die Kaplanstelle: Anne Meurer als überaus vollbusige Bewerberin Mary Monroth. Konni Baumeister trat als Else Schicht auf, die gerne Beichten hören wollte, Anja Melz als Charlotte Meyer-Zickenfeld, die gerne im Kölner Dom predigen wollte, und Sibille Rosen, die als urkomische Apollonia Schmitz schließlich als „Beauftragte für den Helau-Bereich“ ihre Berufung fand. Ganz neu war der „Hand Clap Shit“, in dem Konni Baumeister, Annemarie Esser, Maria Maaßen, Renate Schumacher, Anja Melz, Anne Meurer, Claudia Holländer und Gudrun Brockers in einer fantastisch synchronen Choreografie zeigten, was man alles mit Händen „clappen“ kann.

Was wäre der Glehner Frauenkarneval (zu dem auch Männer Zutritt haben) ohne die lustige „Chronik“ von Ria Kubissa und Annemarie Esser, die eine Menge Geheimnisse aufdeckt? Da erfährt man etwa, dass Diakon Rainer Bernert den kfd-Frauen zwar vorschlug, zum Kuchenbacken fürs Kirchencafé Äpfel aus dem Pfarrgarten aufzusammeln – selbst nutzte er aber den Obstpflücker. Durch die Karnevalssitzungen weiß man nun auch, dass Frank Hoffmann vom Löschzug Glehn bei der Einsegnung des neuen Feuerwehrautos die Hose aufgeplatzt war, dass seine Kameraden aber aus Solidarität daraufhin wie er ebenfalls die Arbeitshosen überzogen.

Toll auch die „Thermomix-Party“ mit der urkomisch in Szene gesetzten Performance und der Tanz „Piraten von Kasalla“. Sibille Rosen war mächtig in Fahrt, als sie als „Landbote“ auftrat und erzählte, was man alles als Briefträger erleben kann.

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