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Korschenbroich: Im Kulturbahnhof trafen Jazz und Karneval aufeinander

Kulturbahnhof Korschenbroich : Wenn New Orleans-Jazz auf kölsche Verzällcher trifft

Die Sweet and Lowdown Jazzgang sorgte im voll besetzten Kulturbahnhof in Korschenbroich bereits zum dritten Mal für ausgelassene Stimmung.

Stilechter New Orleans-Jazz und Köllsche Verzällcher von fiktiven und echten Originalen aus der Domstadt sind kein Widerspruch. Es heißt, dass der Mardi Gras in der Metropole des Jazz mindestens ebenso verwirrend verrückt sein soll wie der rheinische Karneval. Auf Einladung des Heimatvereins würzte die Sweet and Lowdown Jazzgang im vollbesetzten Kulturbahnhof den musikalischen Part um amüsante Randbemerkungen.

Die Geschichten flochte der Kölner Walter Marklof wie nebenbei ein. Im Sextett spielte Marklof die Posaune und war damit Teil eines bestens eingespielten Teams von Profimusikern und begeisterten Laien. Zum dritten Auftritt im Kulturbahnhof dürfte sich das Gastspiel nach rheinischer Sitte als Tradition etabliert haben. Der Sound und die entspannte Atmosphäre begeisterten erneut. Die Besucher dankten mit herzlichem Beifall und Zwischenapplaus für die Soli.

Der Korschenbroicher Ulrich Afflerbach, passend zu Session und thematischen Vorgabe mit karnevalistischer Kopfbedeckung, bewies am Piano die richtige Mischung von Schwung und hinreißender Lässigkeit im harmonisch abgestimmten Spiel.

Er war übrigens der Kapitän beim Segeltörn gewesen, der nach einer Idee des verstorbenen Heimatfreundes Karl-Heinz Bednarzyk zur Geburtsstunde der Sweet and Lowdown Jazzgang wurde. Die alterfahrenen Jazz-Musiker hatten ihre Instrumente für eine Jam-Session am Kai mitgenommen. Es folgten Einladungen zu weiteren Auftritten in anliegenden Hotels wie auch Segeltourneen.

Verwunderlich ist das nicht. Denn die Spielfreude des Sextetts ist offensichtlich und ansteckend. Trompeter Charly Viesehon entfaltete markant die Melodien, mitunter auch gern mit erdverbundenem, rauem Ton. Waldemar Kowalski begeisterte beim Spiel auf Saxophon und Klarinette zu reich verzierten Einsätzen. Rudolf Quack ergänzte mit dem charakteristischen Klang des Banjos. Armin Runge legte gekonnt die Basslinie und vitale Soli an. Der Sound von Duke Ellington durfte nicht fehlen. „Wunderbar“ kommentiere ein Besucher das atmosphärisch dichte „Georgia“. Eine recht rassige Einlage ließ einen lateinamerikanischen Einschlag im New Orleans- Jazz erkennen.