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Korschenbroich: Hochkarätiges bei Internationaler Orgelwoche und Wettbewerb

Musikwettbewerb in Korschenbroich : Hochkarätiges bei Internationaler Orgelwoche und Wettbewerb

Regionalkantor Martin Sonnen zieht begeistert Bilanz. Die Kandidaten der Endprüfung bewiesen beim Orgelwettbewerb hervorragendes Niveau. Zu den Konzerten begeisterten renommierte Interpreten.

Alle zwei Jahre sind Regionalkantor Martin Sonnen und die von ihm eingeladenen Interpreten nicht nur als Künstler, sondern auch als Juroren der Internationalen Orgelwoche gefordert. Die Doppelrolle muss den Beteiligten in diesem Jahr eine besondere Freude gewesen sein. Die Kandidaten der Endprüfung absolvierten ihre Beiträge auf ungewöhnlich hohem Niveau. „Das war schon herausragend, und es ist nicht selbstverständlich, dass man sich unterhalten muss, ob man die Preise gerecht verteilen kann. Die Veranstalter können stolz sein, dass sich hier solche Koryphäen anmelden“, lobte Winfried Bönig. Der Virtuose und Juror ist Kölner Domorganist und Leiter des Studiengangs Katholische Kirchenmusik an der Musikhochschule Köln.

Die Jury entschied sich, den mit 3000 Euro dotierten ersten Preis an Mona Rozdestvenskyte zu vergeben. Die in Moskau geborene Organistin bezeichnet sich als halb littauisch und halb russisch, ist ausgebildete Kirchenmusikerin mit einer Anstellung in Bad Driburg und studiert in Detmold bei Orgelprofessor Martin Sander. „Der Wettbewerb bringt mir viel an Erfahrung: die Bewertung der Jury und den Austausch mit Mitbewerbern“, sagte die 24-Jährige. Die 27-jährige Grazerin Magdalena Moser errang den mit 2000 Euro bedachten zweiten Platz und Sebastian Greß (24) aus dem niederbayerischen Geiselhöring den mit 1000 Euro dotierten dritten Platz. Der Südkoreaner Sunghyun Park und die Leipzigerin Luisa-Maria Rapa erhielten jeweils einen Sonderpreis in Höhe von 250 Euro. „Das Niveau ist absolut top, und es war sehr, sehr eng“, kommentierte Sonnen die Qualität der Beiträge. Er versicherte, dass das Urteil der Jurymitglieder ohne nennenswerte Abweichungen recht einheitlich ausgefallen sei. Die Endprüfung sei spannend gewesen, kein Stück doppelt vorgekommen. Hier hatte sich bewährt, dass die Kandidaten anders als in den Vorjahren ein selbst zusammengestelltes Programm mit Werken aus drei Epochen in 25 Minuten spielen sollten. Die Variante kam auch gut bei den Besuchern der öffentlichen Endrunde an. Bei aller Unterschiedlichkeit ergab sich eine Konzentration auf Werke aus Barock, Romantik und Moderne.

Im Gegenzug ließen sich die Kandidaten die Auftritte der Jurymitglieder nicht entgehen. „Die Konzerte waren schon sehr souverän gespielt“, lobte die Grazerin Moser den künstlerischen Part der Virtuosen. Als Hausherr an der St.-Andreas-Orgel gab Martin Sonnen das Eröffnungskonzert vor knapp 100 Besuchern. Der Regionalkantor wählte den Schwerpunkt Bearbeitungen bekannter Werke und stimmte seine Auswahl im Wesentlichen auf die Fastenzeit ab. Mit der Ouvertüre aus Wagners Oper „Die Walküren“ entschied er sich für einen temperamentvollen Ausreißer. Michael Hoppe, Domorganist des Bistums Aachen, entschied sich unter anderem mit Gabriel Piernes „Trois pieces“ und Charles Marie Widors fünfter Symphonie für Werke der französisch-romantischen Literatur. Bönig servierte Werke der Romantik sowie Bearbeitungen über barocke Themen. Hayo Boerema aus den Niederlanden gestaltete das Finale mit Widors achter Symphonie.