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Korschenbroich: Heimatverein Kleinenbroich bereitet St.-Martins-Zug vor

Vorbereitungen in Kleinenbroich : In der Gefolgschaft des St. Martin

In Kleinenbroich sorgt der Heimatverein für das St. Martins-Fest. Dieses Jahr übernahm Vorstandsmitglied Stefan Schramke erstmals die Organisation. Er schätzt das Brauchtum um den Heiligen als Teil der Dorfgeschichte.

Bereits als Kind liebte Stefan Schramke das Spiel der Lichter zum St.-Martins-Fest wie auch das anschließende Singen um süße Gaben. Die Faszination am Brauchtum um den heiligen Bischof von Tours hat er sich bewahrt, und mit den Jahren kam ein weiterer Aspekt hinzu. „Für mich ist das ein Stück Dorfgeschichte“, sagt der stellvertretende Vorsitzende des Heimatvereins. Als die Tradition des St.-Martins-Festes unterzugehen drohte, übernahm der 46-Jährige in diesem Jahr erstmals die Organisation.

Unterstützt von Edith Carsjens koordiniert Schramke die ehrenamtlichen Sammler. Nach dem Kassensturz am 4. Oktober wird er das Geld, unterstützt von Kassiererin Marlene Hoesen, verbuchen. Dann wird sich zeigen, wie reich die Tüten nach Einbehalt der Kosten für Musik und Sicherheit beim Fackelzug gefüllt werden können. Der Kleinenbroicher organisiert im Kontakt mit den Schulen das Packen und die Ausgabe der etwa 1500 Tüten. Zudem spricht er sich in Vorbereitung des Zuges mit Stadt, Feuerwehr, Maltesern und dem „St. Martin“ ab.

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Schramke hat etliche Aufgaben seiner nach Dringlichkeit geordneten Liste bereits abgehakt. „Im August wurde es heftiger“, sagt er zur Organisation, die sich über viele Monate erstreckt. Vollkommen unbekannt war ihm bei der Amtsübernahme das Aufgabenfeld nicht. Denn Schramke stand dem Heiligen schon in früheren Jahren auf unterschiedlichste Weise zu Diensten: als Sammler in zwei Bezirken, als Helfer beim Auf- und Abbau der Absperrgitter beim Martinsfeuer und sogar als Bettler in der Darstellung der Mantelteilung.

„Es war mir klar, dass St. Martin auch in Kleinenbroich weitergehen muss“, sagt er. Die erfahrenen und die neuen Sammler laufen zurzeit noch die 84 Bezirke ab und bitten um Spenden, von denen der Umzug und die Tüten finanziert werden. Von sehr großzügig bis verhalten seien die Reaktionen auf die Bitte um eine Spende, so Schramke. Wenn Zugezogene den Brauch nicht kennen, erklärt er gerne die Hintergründe. Ein Sammler wisse bald, wo die ein, zwei Mitbürger wohnen, bei denen er besser nicht klingele. „Man macht das ja schließlich ehrenamtlich“, sagt Schramke, der mit „seiner“ Straße sehr zufrieden ist.

In der Regel gehe das Verhältnis von Spende und Kosten plus-minus null aus. Zur Not greift der Heimatverein zu kleinen Rücklagen oder füllt die Tüten ein wenig sparsamer. Schramke erkennt in der mit dem Fest verbundenen Idee des Teilens religionsverbindende Qualitäten „Ich bin doch froh, dass damals auch Muslime meinten, das St.-Martins-Fest solle seinen Namen behalten und nicht in ein Lichterfest umbenannt werden“, sagt Schramke.

Ein Martinskostüm mit samtenem, rotem Umhang und gebasteltem Helm aus vergangenen Jahren hängt im Heimatmuseum des alten Bahnhofgebäudes bereit. Es ist nur eins von drei Ausstattungen für die Vertreter des heiligen Mannes, da ein Martin allein die Aufgaben nicht schaffen kann. Tatsächlich hat der Ort traditionell drei Darsteller in der Nachfolge des Bischofs. Einer reitet dem Zug voran, der von der einen Grundschule zum Martinsfeuer und von da aus zur anderen Schule führt. Bei der Tütenausgabe muss natürlich auch ein St. Martin zugegen sein.