Entwurf von Stadtkämmerer Thomas Dückers Haushalt sieht Steuererhöhungen vor

Korschenbroich · In der Ratssitzung am Dienstag haben Bürgermeister Marc Venten (CDU) und Stadtkämmerer Thomas Dückers ihren Haushaltsentwurf für 2020 vorgestellt. Unter Vorbehalt. Die schlechte Lage habe sich in den letzten Tagen verbessert.

 Der Haushaltsentwurf für 2020 sieht eine Erhöhung der Grundsteuer vor. Das würde auch die neuen Hausbesitzer an der Niersaue treffen.

Der Haushaltsentwurf für 2020 sieht eine Erhöhung der Grundsteuer vor. Das würde auch die neuen Hausbesitzer an der Niersaue treffen.

Foto: Horst Thoren

Korschenbroich Die wirtschaftliche Lage in Korschenbroich hat sich im vergangenen Jahr verschlechtert. Das geht aus dem städtischen Haushaltsentwurf für 2020 hervor. Die Steuereinnahmen werden im kommenden Jahr wohl deutlich hinter den Orientierungsdaten zurückbleiben, die auf Basis der Einzahlungen im Jahr 2018 errechnet wurden. Das gilt gleichermaßen für Einkommens-, Umsatz- und Gewerbesteuer-Einnahmen.

Die Gründe hierfür liegen laut Bürgermeister Marc Venten überall, nur nicht in Korschenbroich. Er begann seine Haushaltsrede mit einem Verweis auf große Weltpolitik. „Was haben Boris Johnson, Donald Trump, Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan gemeinsam“, fragte er. „Sie sind alle keine Korschenbroicher.“ Dennoch hätten sie mehr Einfluss auf die Stadt als die Alteingesessenen. Ventens Kernbotschaft: Durch die Krisen in der Welt ist die Konjunkturlage in Deutschland schlechter geworden. Also ist auch der Haushalt in Korschenbroich schlechter geworden. Das ausgeschöpfte Sparpotential und die engen Vorgaben als Stärkungspakt-Kommune lassen bei einem Defizit nur eine Lösung zu: Steuererhöhungen.

So sieht der von Stadtkämmerer Thomas Dückers vorgestellte Haushaltsentwurf eine Anhebung der Grundsteuer A von 275 auf 290 Hebesatzpunkte vor. Die Grundsteuer B soll von 590 auf 650 Hebesatzpunkte erhöht werden. Der Gewerbesteuersatz künftig 460 statt 450 Hebesatzpunkte betragen. Doch, so erklären Dückers und Venten unisono, der Entwurf sei schon wieder überholt. „Der Haushalt wurde auf den Erkenntnissen aufgestellt, die bis zum 14. Oktober vorlagen“, sagte Dückers. „Seitdem haben sich die Rahmenbedingungen zum Positiven verändert“, sagte Venten. Bis zu den Haushaltsberatungen der Fraktionen sollen neue Zahlen vorliegen. Mittlerweile, so Venten, scheine es möglich, die Steuererhöhungen zu vermeiden.

Trotz klammer Stadtkassen hatte Dückers aber auch Positives zu vermelden. Zwar müssten im kommenden Jahr wieder neue Investitionskredite aufgenommen werden. Durch die Tilgung alter Kredite könne die Gesamtsumme jedoch um nahezu 430.000 Euro reduziert werden. Ende 2019 soll sie bei 30 Millionen Euro liegen. „Das ist bereits ein enormer Weg, den wir da zurückgelegt haben“, sagte Dückers. 2002 lagen die Investitionskredite noch bei über 55 Millionen Euro.

Venten erfreute vor allem, dass die Stadt auch 2020 aus einem Förderprogramm des Bundes wieder Zuschüsse für die Sportförderung erhalte. Von diesem Geld könnten nicht nur drei Kleinspielfelder finanziert werden. Auch die Außenanlage des Hallenbads soll komplett neu gestaltet werden. So schloss der Bürgermeister dann auch, wie er begonnen hatte. Mit einem Blick in die weite Welt. Frei nach Seneca, dem römischen Philosophen, sagte er: „In Korschenbroich ist uns schon oft das Glück hold gewesen. Aber das kommt nicht von ungefähr.“ Bernd Mackowiak (ULLi) teilte diese Einschätzung wohl nicht. Er enthielt sich als einziges Ratsmitglied bei der anschließenden Feststellung des Jahresabschlusses.

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