Korschenbroicher ist Mitglied des Templerordens Päpstliche Grüße aus Ägypten

Korschenbroich · Günther Alsdorf ist Chevalier im Templerorden. Templer setzen sich für hilfsbedürftige Menschen ein. Manchmal erhalten sie besondere Post.

 Hinter Günther Alsdorf sind ein Schwert eine Darstellung der spanischen Christusflotte zu sehen.

Hinter Günther Alsdorf sind ein Schwert eine Darstellung der spanischen Christusflotte zu sehen.

Foto: Bauch, Jana (jaba)

Vor 20 Jahren wurde Günther Alsdorf von Mitgliedern des Templerordens gefragt, ob er sich ihrer weltweiten Gemeinschaft anschließen wolle. Sie hatten erfahren, dass der Korschenbroicher erfolgreich die Absetzung einer diskriminierenden Werbekampagne durchgesetzt hatte. Ein solcher Einsatz entsprach ihrem Vorsatz, hilfsbedürftigen Menschen beizustehen. Templer in Deutschland setzen sich ebenso für die Anerkennung der koptischen Kirche als gemeinnützige christliche Gemeinschaft ein.

Im Mittelalter hatten es sich die Templer zur Aufgabe gemacht, Pilger auf ihrem Weg zu beschützen. Denn Wallfahrer wurden oft überfallen, da sie in der Regel viel Geld bei sich trugen. Als die Ideale des Ordens in späterer Zeit wiederbelebt wurden, sollte Menschen auf dem Pilgerweg ihres Lebens geholfen werden, erzählt Alsdorf.

„Man muss christlich und man muss getauft sein“, sagt er über die Grundvoraussetzungen. Dabei betont der 71-jährige Katholik die Gemeinschaft aller Christen – also der katholischen, evangelischen, orthodoxen und koptischen Christen. Vor etwas mehr als einem Jahr wurde Alsdorf in den Stand eines Chevaliers erhoben. In der offiziellen Ausstattung mag er sich nicht ablichten lassen, da ihm die Aufgabe wichtiger ist als äußere Zeichen der Würde. Ein Schwert mit dem Kreuz des Templerordens sowie eine Darstellung der spanischen Christusflotte an der Wand sind im Privatbereich jedoch sichtbare Zeichen der Zugehörigkeit.

Kürzlich erhielt der Ruheständler über den Großprior Gerd Schwager einen Weihnachtsgruß vom koptischen Papst Tawadros II. aus Ägypten. Das mag verspätet anmuten, ist aber leicht erklärt: Die koptische Kirche feiert Weihnachten am 7. Januar. Die Botschaft ist ebenso in der optischen Gestaltung eine Besonderheit. Ergänzend zur vertrauten Druckschrift wird der Gruß in bildreichen Hieroglyphen übermittelt.

„Früher machten die koptischen Christen in Ägypten 90 Prozent der Bevölkerung aus, jetzt nur noch zehn. Es macht mich traurig, wenn ich von der Situation der koptischen Christen im Irak höre“, sagt Alsdorf. Der ehemalige Verwaltungsdirektor und Schulverwaltungsamtsleiter betont, dass die Gemeinschaft der Templer keine große Menschenmenge darstellt, aber als Leute mit gestandenem beruflichen Hintergrund und entsprechenden Beziehungen helfen will.

Die Aufgaben heutiger Templer beschreibt er als vielfältig. Sie unterstützen zum Beispiel Kinderschutzbünde, die Lebenshilfe und Aktion Freizeit Behinderter. Zu den internationalen Aufgaben zählen Beteiligungen an Brunnenbauprojekten und Schulprojekten in Afrika und Indien. Alsdorf liegen Projekte zugunsten von Kindern und alten Menschen besonders am Herzen. Einmal im Monat trifft er sich in der Komturei Neuss mit weiteren Templern. Wegen seines früheren beruflichen Wirkungskreises gehört er ebenso der Komturei Viersen an.

„Das christliche Motiv steht im Vordergrund. Zu Beginn wird immer der Choral der Templer gesungen“, erzählt Alsdorf. Danach werden während eines Treffens Möglichkeiten der Hilfestellung und Projekte besprochen. Mit großer Freude beobachtet Alsdorf die positiven Auswirkungen von Hilfsprojekten. „Es ist immer schön zu sehen, wie Menschen aufblühen“, schwärmt der 71-Jährige.

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