Korschenbroich: Günter Winterhoff stellt in der Niederrhein-Klinik aus

Ausstellung in der Niederrhein-Klinik Korschenbroich : Beeindruckende Fotografien aus Indien

Der Kölner Künstler Günter Winterhoff zeigt seine Motive in einer Ausstellung in der Niederrhein-Klinik.

„Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen“: Dieses Zitat des deutschen Dichters Matthias Claudius kommt einem in den Sinn, wenn man sich die Ausstellung im Foyer der Niederrhein-Klinik anschaut: Dort zeigt der Kölner Fotograf Hans-Günter Winterhoff noch bis zum 8. Mai Fotografien, die von seiner abenteuerlichen Indienreise erzählen. Er folgte den Spuren des berühmten Asienforschers Sven von Hedin.

Die Fotoausstellung weist zwei bedeutende Besonderheiten auf: Erstens fotografierte Winterhoff das, was auch der Norweger Hedin fotografiert hatte. Und zweitens reicherte er einige Fotos mit authentischen folkloristischen Details an. Sven von Hedin (1865 bis 1952) wurde unter anderem vom norwegischen König gesponsert, Hans-Günter Winterhoff investierte einen Teil seiner Pensionsbezüge in seine Reise. Auf einem seiner Fotos sieht man die Gebetsfahnen im Wind wehen. Die Fahnen sollten die Wünsche der Menschen mit dem Wind zu den Göttern wehen. Der 70-Jährige hat dieses Foto mit original Gebetsfahnen versehen. Die Gebetstrommel, gut 100 Jahre alt und mit Blattgold belegt, fotografierte er – und trug auf das Foto ebenfalls das Edelmetall in dünner Schicht auf.

Auf anderen Fotos ist beispielsweise Ganesha zu sehen, eine der beliebtesten Götterfiguren im Hinduismus. Die Technik macht es dem Entdecker leichter: Von Hedin musste sich noch auf Yaks fortbewegen, Hans-Günter Winterhoff fotografierte seinen Toyota-Geländewagen, der ihn zuverlässig beförderte durch eine Landschaft, die an Exkursionen auf dem Mond erinnern. Manchmal musste es schnell gehen: Beispielsweise, als der Kölner einen Sonnenstrahl einfangen wollte, der nur für ein paar Sekunden das Nubra-Tal erhellte. Benares am Ganges, einer der heiligsten Orte überhaupt, ist das Ziel für Gläubige, die sich dort vor Sonnenuntergang waschen – mit einem Wasser, das alles andere als sauber ist. Auch dieses Ritual hielt Hans-Günter Winterhoff mit seiner Digitalkamera fest.

Der pensionierte Lehrer, der immer noch Kindern im Zoo zeigt, wie man Tiere fotografiert, zeigt jetzt auch das weltbekannte Mausoleum Taj Mahal. Diesen quirligen Ort tauchte er in totale Stille, indem er am PC alle Menschen entfernte.

Mehr von RP ONLINE