Korschenbroich: Grundwasserverträge vor Verlängerung

Erftverband und Politik in Korschenbroich : Grundwasserverträge vor Verlängerung

Erste Gespräche über eine Fortsetzung der Zusammenarbeit hat es bereits gegeben. Der Erftverband hat angekündigt, demnächst in die Korschenbroicher Brunnen und Pumpen zu investieren. Die Gesamtsituation stimmt zufrieden.

Der derzeit gültige Vertrag zwischen der Stadt Korschenbroich und dem Erftverband, der die Pumpmaßnahmen von Grundwasser im Stadtgebiet regelt, endet zwar erst im Jahr 2021. Doch beide Parteien haben bereits ein erstes Gespräch zur Fortsetzung der Zusammenarbeit geführt, wie Holger Diez im Umweltausschuss der Stadt mitteilte. Der Mitarbeiter des Erftverbandes war nach Korschenbroich gekommen, um über Grundwasserkappungsmaßnahmen im vergangenen Jahr zu berichten – und einen Ausblick auf die Herausforderungen der kommenden Jahre zu werfen. Um einen solchen Bericht hatte die Ratsfraktion Die Aktive gebeten, um „auch eine möglichst hohe Transparenz für die Bürger in diesem wichtigen Thema zu schaffen“, wie es Hermann Pflieger formulierte.

Eine gute Nachricht brachte Holger Diez zur Verlängerung der Grundwasserverträge schon mit: Der Erftverband wird mögliche finanzielle Überschüsse aus dem laufenden Vertrag auf die folgende Dekade 2021 bis 2031 übertragen. „Dieses Entgegenkommen wird die Gesamtkosten senken, und dazu ist der Erftverband vertraglich nicht verpflichtet“, bedankte sich Bürgermeister Marc Venten. Bis zum Ende des laufenden Vertrags plant der Erftverband aber auch noch einige Projekte, in die investiert werden soll. Beispielsweise könnte es neue Pumpen am Schwimmponton im Myllendonker See geben, mindestens aber eine Generalüberholung der bestehenden Anlagen. Zudem sollen unter anderem die Bodenbeläge und Lüftungssysteme der Brunnen erneuert werden. Diese Arbeiten sollen 2021 fertiggestellt sein.

Wie hoch die Kosten letztlich ausfallen werden, sei derzeit laut Diez noch nicht zu berechnen, da die laufenden Betriebskosten, die noch zu tätigenden Investitionen, der mögliche Überschuss und die Zuschussbeteiligung durch Stadt und Kreis eingerechnet werden müssen. Venten fügte hinzu, dass der Rhein-Kreis Neuss in einem ersten Gespräch zugesagt habe, sich in dem bisherigen Umfang weiterhin mit zehn Prozent an den Investitionskosten zu beteiligen.

Auf konkrete Ausführungen, welche Maßnahmen hinsichtlich der Auswirkungen auf ein vorzeitiges Ende des Braunkohleabbaus geplant sind, mussten die Ausschussmitglieder indes verzichten. „Es gibt noch keine neuen, rechtsverbindlichen Beschlüsse, da wird wohl auch von RWE vor 2020 nichts kommen“, sagte Diez. Und der technische Beigeordnete Georg Onkelbach fügte hinzu: „Wir müssen die Grundsatzentscheidung abwarten, erst dann haben wir eine gesicherte Grundlage, um über Maßnahmen zu informieren.“ Das könnte voraussichtlich im Herbst, wenn die Grundwasserstände hoch sind, in einer Bürgerversammlung geschehen. „Im Sommer macht das keinen Sinn“, sagte am Donnerstag Theo Verjans, bei der Verwaltung zuständig für das Thema Grundwasser. Die Stadt will in dieser Versammlung auch dafür werben, dass viele bei den Kosten für das Absenken des Grundwassers mitmachen, damit es für alle Betroffene preiswerter wird.

Diez war indes auch in den Ausschuss gekommen, um über die Grundwassersituation 2018 in Korschenbroich zu berichten. „Wir hatten nur im Februar die Pumpen im See und den Brunnen in Herrenshoff im Einsatz. Eine geringe temporäre Beeinflussung, die keine nennenswerten Auswirkungen hatte“, sagte Diez. Der sehr trockene Sommer sorgte dafür, dass die Einschaltwerte in der Folge deutlich unterschritten wurde, im vergangenen Dezember gab es die niedrigsten Stände. „Diese können aber auch schnell wieder steigen“, sagte Diez.

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