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Korschenbroich: Grüne wollen überall in der Stadt Fahrradstraßen

Antrag im Korschenbroicher Bauausschuss : Grüne fordern Vorrecht für Radfahrer

Die Fraktion fordert, alle städtischen Straßen in Korschenbroich in Fahrradstraßen umzuwandeln. Kritik kam von Bauausschuss-Mitgliedern der CDU, SPD und FDP.

Die Korschen­broicher Grünen setzen sich für eine Umwandlung aller städtischen Straßen in Fahrradstraßen ein. Überall dort soll künftig Tempo 30 gelten. Zudem soll die Stadt Gespräche führen, damit auch Kreis- und Landesstraßen in die Pläne miteinbezogen werden. So steht es in einem Antrag der Grünen-Fraktion, der am Donnerstag im Bau- und Verkehrsausschuss diskutiert wurde.

„Wir haben vor, den Fahrradverkehr zu fördern und zur Vermeidung von Verkehrsunfällen die Geschwindkeit zu reduzieren“, sagte Grünen-Fraktionschef Jochen Andretzky. Es gehe nicht darum, Autofahrer von den Straßen zu vertreiben. Es sei eine „politische Aussage“, Fahrrädern Vorrecht zu gewähren. Er wisse auch, dass im ersten Schritt nicht gleich alle Straßen umgewandelt werden könnten.

Mit ihrem Vorschlag ernteten die Grünen im Ausschuss viel Kritik. Peter Holzenleuchter (CDU) befürchtete, dass eine solche Umwandlung „das Leben in der Stadt lahm zu legen“ drohe. Er wüsste gerne mehr über Folgen und Kosten eines solchen Beschlusses, merkte er an. Stefan Schramke (SPD) wurde noch deutlicher. Mit Fahrradstraßen „versetzen wir die Stadt ins Mittelalter zurück. Das kann nicht der Sinn sein“, sagte er. Auch Hermann-Joseph Gruhl lehnte die Idee im Namen der FDP-Fraktion ab.

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Am Ende einigten sich die Fraktionen dennoch darauf, das Ganze als Prüfantrag an die Verwaltung weiterzugeben. Einzig Schramke stimmte auch gegen diesen Vorschlag. „Wir nehmen den Prüfauftrag an“, hatte zuvor bereits der Beigeordnete Georg Onkelbach erklärt. „Aber wir werden uns ganz genau anschauen, was wir dürfen.“ Andere Städte mussten ähnliche Regelungen wieder zurückdrehen. Dort gebe es auch meist nur „Insellösungen“, kein flächendeckendes Fahrradstraßensystem. Bevor die Stadt etwas in dieser Richtung vorantreibe, brauche es „ein solides Fundament“, „eine klare Rechtsbasis“, sagte Onkelbach.