Korschenbroich: Grüne wählen nach Spaltung neuen Vorstand

Neuwahlen bei der Mitgliederversammlung : Vorstand der Korschenbroicher Grünen stellt sich nach Spaltung neu auf

Im Oktober hatten sowohl Sprecherin Manuela Antoni als auch Kassiererin Sabine Lufen erklärt, nicht mehr kandidieren zu wollen. Am Montagabend wurden ihre Nachfolger gewählt.

Die Korschenbroicher Grünen haben seit Montagabend einen neuen Vorstand. Neben Julia-Kathrin Edelburg, die in ihrem Amt bestätigt wurde, wurde Joerg Utecht zum neuen zweiten Sprecher gewählt. Neue Kassiererin ist Sabine Krauß. Birgit Wollbold und Dieter Sommer komplettieren als Beisitzer den Vorstand.

Die Neuwahl fand zwar turnusgemäß, aber unter besonderen Vorzeichen statt. Die bisherige Kassiererin Sabine Lufen war im Oktober gemeinsam mit Wolfgang Houben aus der Ratsfraktion der Grünen ausgetreten. In diesem Zusammenhang erklärte Grünen-Sprecherin Manuela Antoni, ebenfalls nicht mehr zu kandidieren. In der Partei herrsche wenig Respekt vor der Arbeit anderer, sagte sie damals unserer Redaktion. „Um es vorsichtig auszudrücken.“

„Es ist wieder Ruhe eingekehrt“, sagt ihr Nachfolger Utecht. Der Liedberger wurde von seiner neuen Sprecher-Kollegin Edelburg bereits vor einigen Monaten gefragt, ob er sich das Amt zutraue. „Ich habe mir das gut überlegt“, sagt Utecht, der nach eigener Aussage schon länger im Team für die diesjährigen Kommunalwahlen engagiert war.

Als Zeichen der Geschlossenheit wertet Utecht auch den Ablauf der Mitgliederversammlung. Immerhin 19 Stimmberechtigte seien dagewesen. „Mehr als die Hälfte unserer Mitglieder“, sagt er. Auch habe keiner der Kandidaten mehr als vier Gegenstimmen erhalten.

Nun richten die Grünen ihren Blick auf die anstehenden Wahlen. „20 Prozent + x“, sei dabei das ausdrückliche Ziel der Partei, sagt Edelburg. Die Weichen dafür seien gestellt und die inhaltliche Arbeit in vollem Gange. Helfen soll dabei ein 13 Punkte umfassendes Projektpapier für den Kommunalwahlkampf. Einen ersten Entwurf hatten die Grünen bereits an Infoständen präsentiert und ihre Ansätze dort mit den Bürgern diskutiert. „Gestern haben wir dann die modifizierte Version vorgelegt“, sagt Utecht. Maßnahmen für effektiven Klimaschutz, eine nachhaltige Verkehrswende und Chancengerechtigkeit sollen dabei die Hauptrolle spielen.

Alles Themen, die auch Utecht umtreiben. Als Journalist beschäftigt er sich häufig mit der Esskultur und Nachhaltigkeitsthemen. Dinge, die ihn auch bei seiner politischen Arbeit beschäftigen. „Dass es in Korschenbroich keine ökologische Landwirtschaft gibt, ist etwas, dass uns alle sehr umtreibt“, sagt er. Ein konkretes Beispiel, das sich bereits im Projektpapier wiederfindet, ist zudem die geplante Pflanzung von 5000 neuen Straßenbäumen in allen Ortsteilen. Dies diene sowohl der Verkehrsberuhigung wie auch der CO²-Absorption. Die Grünen wünschen sich, dass Baumpatenschaften die Bürger für das Projekt mobilisieren und somit zum Gelingen beitragen.