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Korschenbroich: Grüne verteidigen ihren Antrag für Klimanotstand

Nach Umweltausschuss in Korschenbroich : Grüne verteidigen Klimanotstand-Antrag

Im Umweltausschuss scheiterten die Grünen mit ihrer Idee. Vor allem mit den Argumenten der Gegenseite waren sie unzufrieden. Das geht aus einem Text von Partei und Fraktion hervor.

Es war eine der ausführlichsten Diskussionen in der Klima-Sitzung des vergangenen Korschenbroicher Umweltausschusses (wir berichteten). Soll
Korschenbroich nun den Klimanotstand ausrufen? Oder lieber doch nicht? Die Mehrheit der Ausschussmitglieder sprach sich gegen den Antrag der Grünen aus. Sehr zur Unzufriedenheit der Fraktion.

„Hauptargument der Antragsgegner war, dass es sich bei unserem Ansinnen um reine Symbolpolitik und um Panikmache handele“, schreiben Grünen-Fraktionschef Jochen Andretzky und Ortsverbands-Sprecher Jörg Utecht in einem Text auf der Internetseite der Korschenbroicher Grünen. Sie fühlten sich an dieser Stelle falsch verstanden und wollen daher ihren Standpunkt noch einmal deutlich machen. Die Ausrufung des Klimanotstands sollte deutlich machen, dass die Welt einen Notfall erlebt, der selbst vor Ort mitverursacht wurde und dem mit raschem Handeln begegnet werden müsse.

„CDU, SPD und der Bürgermeister betonen an dieser Stelle die bisher umgesetzten Maßnahmen in Korschenbroich“, heißt es dort weiter. „Wir meinen: Es ist zu wenig! Es kommt zu spät!“ So sei die Stelle eines Klimaschutzmanagers trotz einstimmigem Ratsbeschluss zu spät ausgeschrieben worden. Auch gebe es viel zu wenig Photovoltaik-Anlagen auf städtischen Dächern.

Die Ausrufung des Klimanotstands sei hier laut Grünen ein dringend notweniger Weckruf. Zwar seien bei einem globalen Thema den Handlungsmöglichkeiten vor Ort Rahmen gesetzt. „Jedoch sind Kommunen die Orte, an denen die Klimakrise ganz offensichtlich zu Tage tritt: durch die Zunahme von Wetterextremen, durch ein verändertes Stadtklima oder durch landwirtschaftliche Ausfälle“, schreiben Andretzky und Utecht.

Wichtig sei es daher, mehr über das CO2-Budget statt nur über das Finanzbudget zu sprechen. 15 Forderungen sollen dabei helfen. Forderungen, die die Grünen bereits in den unterschiedlichen Ausschüssen gestellt haben. So verbinde sich ein vordergründig symbolischer Akt mit konkreter Politik, schreiben sie.