Korschenbroich: Glehner Schützen sollen künftig mehr Mitgliedsbeitrag zahlen

Oberstehrenabend mit Versammlung : Glehner Schützen sollen künftig mehr Beitrag zahlen

Beim Oberstehrenabend entschieden sich die Brauchtumsfreunde für einen neuen Brauereivertrag. Der Kirmesplatz ist bei den Schaustellern beliebt.

Die erste Mitgliederversammlung des Schützenvereins Glehn war zugleich auch der Oberstehrenabend. Im Frangensaal standen aber auch andere wichtige Themen auf der Tagesordnung: So entschieden die Schützen mit überwältigender Mehrheit, dass ein neuer Brauereivertrag abgeschlossen werden solle. Vize-Vorsitzender Marcus Lenders kündigte aber auch ein eher unangenehmes Thema an: Es geht um eine Beitragserhöhung.

Oberst Andreas Erkes hatte wieder den Vorstand, die Regimentsführung und das Königshaus auf seinen Hof geladen. Unter musikalischer Begleitung des Tambourcorps „Blüh auf Glehn“ ging es dann zum Frangensaal. Königin Vera Janssen musste jetzt drei Stunden lang ohne ihren Lebenspartner und König Christian Grötz auskommen. Der 54-Jährige und seine Minister José Soneira und Jürgen Grunst strahlten gute Laune pur aus. Die Majestät stammt aus Oberbayern und hat das rheinische Sommerbrauchtum längst lieben gelernt. Präsident Thomas Coenen freut sich, dass sich ein neuer Zug mit sehr jungen Mitgliedern gebildet hat: „Er heißt „DurchZuch“, besteht aus 20 Mitgliedern und wird in diesem Jahr erstmal nur am Fackelzug teilnehmen“, kündigte Coenen an. Für das Schützenfest versprach er einen leicht verkürzten Festzug. Was er kritisierte: „Immer mehr Schützen sitzen in einem Garten oder in einer Gaststätte, statt an den Umzügen teilzunehmen.“

 Marcus Lenders erklärte folgendes: „Alle Musikverträge sind abgeschlossen, die Preise sind fast stabil geblieben. Im Festzelt werden die Formation „Sound Convoy“ am Montag und Dienstag und am Samstag und Sonntag erstmal „Schroeder live“ für gute Stimmung sorgen. Ein sehr emotionales Thema: der Brauereivertrag. „Der Vertrag mit Carlsberg/Hannen läuft aus“, erklärte Thomas Coenen. Der Vorstand hatte zwei Alternativen zur vorbereitet: Warsteiner Pils und Frankenheim Alt beziehungsweise Bolten Alt und Veltins Pils. Letztere Kombination wurde von den allermeisten Schützen favorisiert.

Der neu abzuschließende Vertrag gilt zunächst nur für das Schützenfest 2020. Das macht aus Sicht des Vorstands Sinn, denn 2021 läuft der Vertrag mit dem Zeltwirt aus. „Es wird alles teurer – und wir müssen den Verein fit machen für die Zukunft“: Mit diesen Worten bereitete Thomas Coenen die Schützen mental auf eine Beitragserhöhung vor. Gedacht ist an eine Erhöhung von jetzt 40 auf 60 Euro pro Jahr. Für junge Züge soll es Ausnahmen geben. Auf der sogenannten Abrechnungsversammlung im Oktober soll eine entsprechende Entscheidung getroffen werden.

Coenen gab zu bedenken, dass selbst nach der Erhöhung die Mitgliedsbeiträge immer noch vergleichsweise günstig beziehungsweise nicht höher seien als bei anderen Schützenvereinen und Bruderschaften. Erfreulich und nicht selbstverständlich: Der Kirmesplatz ist bei den Schaustellern beliebt, die Nachfrage übersteigt das Angebot an freien Flächen deutlich. Und dass der mobile Luftballonstand diesmal nicht dabei sein wird, damit dürften die Kirmesbesucher leben können – ebenso wie die Schausteller damit leben können, dass der Schützenverein die Standmiete um zehn Prozent erhöht hat.

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