Korschenbroich: Glehner Händler danken den Bürgern

Radwandertag: Glehn zeigt sich bunt beim Straßenfest

Zum Radwandertag starteten Werbekreis und Händler ein großes Straßenfest in Glehn. Tausende Besucher schauten sich um – und kurbelten die Geschäftswelt an. Der ADFC stempelte zahlreiche Radfahrer ab.

Es ist ein „Glehn-Phänomen“: Jeden Samstag herrscht auf der Einkaufsmeile, der Hauptstraße, „Betrieb wie auf der Königsallee“, wie Thomas Verhoeven sagt. Er ist Vorsitzender des Werbekreises „Glehn aktiv“, der alle zwei Jahre ein großes Straßenfest zum Niederrheinischen Radwandertag veranstaltet. „Die Kunden halten die Kaufkraft im Ort. Und dafür wollen sich die Händler bedanken“, erzählt Verhoeven und spricht von einer Art „Dankeschön-Fest“ für die Kunden.

Von eben diesen Kunden waren gestern viele im Ort unterwegs: In der Sonne bummelten sie von Stand zu Stand, kauften ein, informierten sich und verschafften sich einen Überblick über die Glehner Geschäftswelt, die in Augen von Thomas Verhoeven besser intakt ist als in anderen Orten. „Weil es in Glehn keine Supermärkte auf der grünen Wiese gibt“, begründet er. „Bei uns konzentriert sich das Angebot auf den Ortskern. Und das ist gut so.“

Rund 30 Händler beteiligten sich mit Angeboten am Straßenfest. Eines, das sicherlich zu den außergewöhnlicheren zählte, war das von Stefanie Moss: Sie betreibt am Schwohnend einen Frisier- und Make-up-Salon. Weil das Schwohnend „zu weit ab vom Schuss“ ist, verlagerte sie Schminkspiegel und Co. gestern kurzerhand auf die Hauptstraße. „Wir haben einige Kunden mit Make-up auffrischen können“, erzählte sie am Mittag. Wenn die Sonne die Veranstaltung auch ordentlich aufheizte: Das Publikum zeigte sich gut gelaunt. „Die Kunden sind nett“, erzählte Moss, die mit ihren Kolleginnen an ihrem Stand allerdings nur wenige von außerhalb frisierte und stylte. „Die meisten kommen aus Glehn.“

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Trotz einiger Hundert abgestempelter Radfahrer zum 27. Niederrheinischen Radwandertag kam das Gros der Besucher aus dem Ort selbst oder aus der Umgebung. „Viele Radfahrer schrecken die Hitze und der Wind ab“, sagte Hans-Joachim Engelbrecht vom Korschenbroicher ADFC. Er findet, dass der Radwandertag eine gute Gelegenheit bietet, Familien „aufs Rad zu kriegen“. Anreize zum Radeln gab es genug; auch eine zentral organisierte Tombola dürfte für viele Radfahrer einen Anreiz gewesen sein, mitzumachen. Auf gleich drei Rädern ging beispielsweise der ehemalige Radrennsportler Norbert Wirtz aus Büttgen an den Start: Mit einem speziellen Dreirad fuhr er „bequem wie im Sessel“ – und entschied sich gemeinsam mit seiner Frau für eine 40 Kilometer lange Tour. Trotz der prallen Sonne, trotz des Windes.

Viele Aussteller machten sich das heiße Wetter zunutze: Ein Spielwaren-Geschäft baute auf der Straße etwa eine kleine Strand-Kulisse samt Sand auf – und Kinder konnten beim Glehner Turnverein mit Wasserpistolen ihre Treffsicherheit unter Beweis stellen. Die Erfrischung dürfte vielen gut getan haben. „Uns ist es wichtig, wahrgenommen zu werden“, sagte Vereinsvize Melanie Schmuck. Die Turner zählen rund 1700 Mitglieder und rund 50 Übungsleiter, wollen aber weiter wachsen. „Wir bieten für alle Altersgruppen Kurse an – von Kleinkinderkursen bis hin zum Rollator-Treff für Senioren und Reha-Sport.“ Die Sportler sehen sich als Teil des Dorfes, ebenso wie die Feuerwehrleute vom Löschzug Glehn, die ihre Drehleiter präsentierten und damit nicht nur Kinder zum Staunen brachten.