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Korschenbroich: Glehner Ex-Organist und Küster Paul van de Weyer ist tot

Nachruf : Glehns ehemaliger Organist Paul van de Weyer ist tot

2014 wurde der gebürtige Kölner mit einer Messe in St. Pankratius ins Privatleben verabschiedet, sechs Jahre später ist van de Weyer im Alter von nur 58 Jahren gestorben. Er bleibt nicht nur als Musiker in Erinnerung.

  Als sich der begnadete Kirchenmusiker und Küster Paul van de Weyer Ende Juni 2014 ganz seinem Style entsprechend mit Backenbart, Fliege und Siegelring in der Pfarrkirche St. Pankratius Glehn als Privatier nach Winterscheid ins Privatleben verabschiedete, zelebrierte er das mit einer unvergessenen von ihm selbst eigens für seine Kirchenchöre aus Glehn, Steinforth- Rubbelrath und Holzheim komponierten Messe. Rückblickend war das so etwas wie ein Vermächtnis und besonders das abschließende „Ave Maria“ berührte die Menschen.

Mit Melodien aus dieser unvergessenen Messe haben am Wochenende die Kirchenbesucher von Glehn, Holzheim und Grefrath des Paul van de Weyer gedacht, denn der begnadete Kirchenmusiker ist vorige Woche im Alter von nur 58 Jahren verstorben. Pfarrer Michael Tewes und der geschäftsführende Kirchenvorstand Dieter Schulz sind sich einig: „Paul van de Weyer lebte seine Musik.“

Nach seinem Musikstudium trat der gebürtige Kölner 1991 die Stelle als Organist, Küster und Chorleiter in Glehn an. „Unsere deutsch-romantische Klais-Orgel von 1907 war der eigentliche Grund, dass Paul van de Weyer zu uns nach Glehn kam,“ wissen Tewes und Schulz. Und da Pfarrer Tewes selbst überaus musikbegeistert ist, gab es auch bald hervorragende Konzerte und Treffen mit benachbarten Chören.

Ebenfalls Unterhaltungsmusik war van de Weyer nicht fremd. Er hatte viel Sinn für Humor und war eng verbunden mit dem Kölner und dem Neusser Winterbrauchtum, komponierte für den Neusser Karneval sogar etliche Jahre das Mottolied. Weit über Glehn hinaus war er bekannt als „singender Rheinbaron“. Andererseits organisierte er mit viel Herzblut Ausflüge für behinderte Kinder ins Feldbahn-Museum nach Oekoven, wo er nicht nur als Vize-Vorsitzender wirkte sondern auch höchstpersönlich bei den bekannten Nikolausfahrten in rotem Gewand und Mitra die Kinder bescherte. Das war die soziale Seite des genialen Kirchenmusikers und Rheinbarons.