Korschenbroich: Glanzvolle Aufführung "Die Schöpfung" in St. Andreas

Konzert in Korschenbroich : Glanzvolle Aufführung der „Schöpfung“

Fast zwei Stunden dauerte das Opus des österreichischen Komponisten Franz Joseph Haydn. Die Zuhörer in der gut besuchten Kirche St. Andreas in Korschenbroich waren begeistert.

Es blieben zwar einige wenige Plätze frei, doch die Zuhörer, die in die Kirche St. Andreas gekommen waren, bereuten ihren Besuch nicht: Der St.-Andreas-Chor gestaltete zusammen mit dem Sinfonischen Ensemble ein glanzvolles Konzert, in dem das Oratorium „Die Schöpfung“ von Franz Joseph Hadyn in voller Länge von fast zwei Stunden zur Aufführung gebracht wurde. Der Chor bewies dabei wieder einmal, dass er zu den führenden Kirchenchören in der Region gehört, da nur noch wenige Kirchenchöre solche Werke ohne Unterstützung von Projektsängern überhaupt aufführen können.

Dass der Chor regelmäßig zusammen probt und nicht als Projekt arbeitet, war an der Homogenität der einzelnen Stimmen zu erkennen, die sich bei Bedarf in den Jubelchören wie „Die Himmel erzählen“ und „Stimmt an die Saiten“ zu einem gewaltigen Klangkörper aufbauten. Wenn aber wie im vorletzten Chor nur leiser Gesang vom Komponisten gefordert wurde, konnte der St.-Andreas-Chor wunderbar leise und sauber intonieren und setzte sich gegen das mit 34 Musikern groß besetzte Orchester auch in den Pianissimo Passagen durch.

Sehr gut gelangen auch die besonderen Anforderungen an den Sopran, dem bei den Chören unter anderem immer wieder extreme Höhen abverlangt werden, sowie die sehr durchsichtig gestalteten Chorfugen. Diese Aufführung bewegte sich auf einem sehr hohen Niveau, zu dem nicht zuletzt das Solistenterzett Nadine Balbeisi (Sopran), Bo-Hyeon Mun (Tenor) und Thomas Peter (Bass) beigetragen hat: Sie glänzten sowohl in ihren ariosen Solopartien als auch in den Duetten und Terzetten, dabei hervorragend miteinander harmonierend.

Das Sinfonische Ensemble entpuppte sich zudem als kongenialer Partner. Unter der präzisen und umsichtigen Leitung des Mönchengladbacher Regionalkantors Martin Sonnen wurden die oft sehr schwierigen Rezitative mit großer Orchesterbesetzung und häufigen Takt- und Tempowechseln wunderbar ausmusiziert. So resümierte der erste Hornist nach dem Konzert: „Dieses Stück bekommt man auf solch einem Niveau nicht sehr oft geboten, da macht es viel Spaß, ein Teil der Aufführung zu sein“.

Auch das Publikum erkannte die große Leistung des Dirigenten und aller Sänger und Musiker am Ende des knapp zweistündigen Opus an – in der Hoffnung, bald wieder ein solches Konzert in St. Andreas erleben zu dürfen.

(NGZ)
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