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Korschenbroich: Gerda Eimanns feierte 100. Geburtstag

Der Liebe wegen kam sie von Breslau nach Korschenbroich : Gerda Eimanns feierte 100. Geburtstag im Seniorenhaus

Vier Söhne, die Schwiegertöchter, drei Enkel und zwei Urenkelkinder mussten sich absprechen, wer wann persönlich bei der Jubilarin vorbeischaut oder seine Wünsche lieber nur telefonisch überbringt.

(NGZ) Die Glückwünsche und Gaben schienen kein Ende zu nehmen: „Ich bin schon so überrascht worden und es geht immer noch weiter“, sagte Gerda Eimanns. Es war ja auch ein besonderer Anlass: Die Korschenbroicherin, die seit vier Jahren im Seniorenhaus an der Freiheitsstraße lebt, feierte ihren 100. Geburtstag.

Die Mitarbeiter hatten Sekt und Häppchen, Torte und Kaffee bereitgestellt. Vier Söhne, die Schwiegertöchter, drei Enkel und inzwischen zwei Urenkelkinder mussten sich absprechen, wer wann persönlich bei der Jubilarin vorbeischaut oder seine Wünsche lieber nur telefonisch überbringt. Und natürlich trafen Briefe ein, sogar vom Büro des Bundespräsidenten.

Mehr als 860 Kilometer liegen zwischen Korschenbroich und Gerda Eimanns Geburtsstadt Breslau. Dort kam sie am 9. April 1921 als Gerda Dickmann zur Welt. Die Eltern betrieben ein Korbwaren- und Bürstengeschäft, in dem die Tochter half. Doch der Vater hielt es für wichtig, dass sein einziges Kind eine Ausbildung außerhalb des Elternhauses absolvierte. So machte sie eine Lehre zur Bürokauffrau. Bei einem Sonntagsausflug lernte sie einen jungen Soldaten kennen, der sie zum Tanzen aufforderte. „Aber mit den Soldatenstiefeln konnte er nicht gut tanzen, und so sind wir beide gestürzt“, erinnert sie sich lachend.

Er wurde trotzdem der Mann ihres Lebens. 1943 heiratete sie Theo Eimanns, der von der Heldsmühle in Korschenbroich kam. Als er 1945 verwundet in einem Lazarett im Weserbergland lag, besuchte sie ihn mit dem kleinen Sohn. Danach konnte sie nicht mehr ins inzwischen abgeriegelte Breslau zurück.

Die Familie ließ sich nach Kriegsende in Korschenbroich nieder, wo Theo Eimanns der Familie ein Haus baute und als Schreiner arbeitete. Nach dem Tod ihres Ehemanns wurde Gerda Eimanns der große Garten zu viel und sie zog in eine Wohnung um, in der sie bis 2017 lebte. Ein Sturz und daraus resultierende Bewegungseinschränkungen machten den Umzug ins Seniorenhaus erforderlich. Hier war sie keine Unbekannte, hatte sie sich doch bereits Jahre zuvor ehrenamtlich dort engagiert. Sie scheint sich wohl zu fühlen: „Der Kopf ist klar, und das Essen schmeckt. Was will man mehr?!“