Korschenbroich: Generalsanierung der Orgel in St. Andreas

Pfarrkirche in Korschenbroich : St.-Andreas-Orgel wird generalsaniert

Knapp 400.000 Euro werden die Arbeiten an der Korschenbroicher Orgel kosten. Ein Initiativkreis betreut das Projekt, das bis November dauert. Die Orgelfreunde suchen zudem noch weitere Unterstützer.

Dank außergewöhnlicher Konzerte hat die Orgel an St. Andreas weit über die Region hinaus einen klangvollen Namen. Doch beim ursprünglichen Modell einer Klais-Orgel haben sich Mängel eingestellt, die die Zufriedenheit von Orgelvirtuosen und -freunden trüben. Daher steht nun eine Generalsanierung an, die mit 388.000 Euro veranschlagt ist. Am 23. Juni wird die Orgel im Konzert mit romantischer Musik vorerst verabschiedet. Verlaufen die Arbeiten planmäßig, wird das Instrument zum Patrozinium des heiligen Andreas am 30. November mit festlicher Chor- und Orgelmusik wieder eingeweiht.

„Nach der Generalsanierung werden Klang und Funktionalität zeitgemäß und passend sein“, verspricht Karl-Heinz Göris vom Kirchenvorstand. Er stellt fest, dass der Aufwand für den liturgischen Gebrauch nicht nötig wäre. Mit der Maßnahme soll die Zukunft der Konzerte an St. Andreas gesichert werden. Göris zählt mit Regionalkantor Martin Sonnen, Nina Nierwetberg und anderen Orgelfreunden zum eigens gegründeten Initiativkreis, der das Projekt federführend betreut. Für die Restaurierung nennt Göris zwei Anschubelemente: Das Staatsministerium für Kultur und Medien hat einen Zuschuss von 150.000 Euro zugesagt, und eine notwendige Reinigung der Orgel würde bereits für sich genommen 50.000 bis 60.000 Euro kosten. In einer „Fifty-Fifty-Regelung“ muss die Gemeinde einen Betrag in Höhe des Zuschusses aufbringen. Das Bistum Aachen gewährt ebenfalls einen Zuschuss.

Bei der Ausschreibung fiel die Wahl auf die Orgelbaufirma Weimbs. In einer Informationsveranstaltung zur Reinigung, Restaurierung und Erweiterung der Orgel informieren Orgelbaumeister Frank Weimbs und Regionalkantor Sonnen am 30. Juni über die Probleme der Orgel und das neue Konzept. „Der Orgelprospekt wird nach vorne geschoben. Das schafft mehr Platz für die Wartung. Der Spieltisch wird komplett erneuert. Die Elektronik entspricht nicht mehr dem neuen Stand“, sagt Sonnen. Während der orgellosen Zeit wird er im Gottesdienst auf elektronische Mittel zurückgreifen oder a capella singen lassen.

„Es ist möglich, die Sanierung zu unterstützen und Teil der Orgel-Kunst an St. Andreas zu werden“, betont Christina Nierwetberg. Sie verweist auf den limitierten Kunstdruck, den der aus Mönchengladbach stammende Künstler Martin Lersch schuf. „Ich habe ein Hochformat gewählt, weil die Orgel und deren Nische relativ schmal sind“, sagt Lersch. In Zeichnung, Collage und Farbgebung nimmt der Künstler Bezug auf die St. Andreas-Orgel im jetzigen Zustand. In der motivischen Einbindung singender Engel und einer himmlischen Organistin zitiert Lersch Werke aus dem 15. Jahrhundert und symbolisiert die langjährige Tradition der Kirchenmusik. Die signierten und datierten Blätter sind ab sofort über den Freundeskreis für Orgelmusik und Nierwetberg erhältlich.

„Nach der Renovierung ist die hiesige Orgel die zweitgrößte im Bistum. Sie hat dann 69 klingende Register sowie zwei Effektregister. Mit einer Transmission kommen elf weitere Register hinzu, so dass insgesamt 81 verfügbar sind“, berichtet Sonnen.

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