Korschenbroich gedenkt am Volkstrauertag der Kriegstoten

Volkstrauertag : Korschenbroich gedenkt der Kriegstoten

Bürgermeister Marc Venten und Pfarrer Peter Grotepaß betonten die Bedeutung von mehr als 70 Jahren Frieden.

Zum Gedenken an die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges sowie an die Opfer von Gewaltbereitschaft und Gewaltherrschaft wurde gestern der Volkstrauertag zelebriert. In Korschenbroich begann das Gedenken mit einem gut besuchten Gottesdienst in der St.-Andreas-Kirche. Anschließend zogen die teilnehmenden Korschenbroicher Vereine und Besucher in eisiger Kälte und begleitet von Musik einer Blaskapelle bis zum wenige Minuten entfernten Ehrenfriedhof. In Gedenken an alle Kriegsopfer wurde beim Eintreffen auf dem Friedhof die deutsche Nationalhymne gespielt.

Die im Anschluss vorgetragenen Grußworte hielt Korschenbroichs evangelischer Pfarrer Peter Grotepaß als Stellvertreter des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge. „Je weiter wir von unserem damaligen eigenen Krieg entfernt sind, umso wichtiger ist es, nach wie vor daran zu denken. Damit wir nicht vergessen, was passiert ist. Das Gedenken bietet Anlass, sich mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen und sich auch einmal daran zu erinnern, wer aus der eigenen Familie – wenn auch Generationen entfernt – sein Leben im Krieg lassen musste!“

Auch Korschenbroichs Bürgermeister Marc Venten zeigte sich in seiner Trauerrede voller Mitgefühl. „100 Jahre und genau eine Woche ist es her, dass der Waffenstillstand in Frankreich beschlossen wurde. Niemand ahnte zu Beginn des Ersten Weltkrieges im Jahre 1914, dass 9,5 Millionen Menschen weltweit ihr Leben lassen würden. 2,5 Millionen davon aus Deutschland. 123 aus Korschenbroich. Ein Teil davon hier auf unserem Ehrenfriedhof begraben. Die meisten Soldaten waren nicht älter als 25 Jahre als sie fielen und ihre Familien, Frauen, Kinder zurückließen!“

Auf den Grabsteinen des Korschenbroicher Ehrenfriedhofes prangern teils kaum mehr lesbare Namen. Johann Kosten, Karl Heck und Joseph Bommes – jeder einzelne ein Mahnmal an vergangene Zeiten, die auch Teil der eigenen Geschichte sind. „Hinter jedem dieser Namen hier verbirgt sich eine Familie, die getrauert hat und vielleicht auch heute noch trauert“, weiß Venten. „Es ist so wichtig unseren Frieden zu erhalten, der seit nun 70 Jahren, dem Ende des Zweiten Weltkrieges, in Deutschlands herrscht. Weltweit gibt es immer noch so viele Kriege und noch mehr Menschen, die davor fliehen müssen, weil es in ihrer Heimat nicht mehr sicher ist“, erklärt Venten und merkt an, dass man bei der Vielzahl von Kriegsnachrichten auf anderen Kontinenten nur noch abstumpft. „Aber das, was dort passiert, ist nicht weniger schlimm und die Menschen dort leiden nicht minder. Stattdessen sollten wir glücklich über unseren Frieden sein und ihn bereitwillig mit anderen teilen!“

Die anschließende Kranzniederlegung auf dem Ehrenfriedhof schloss die Gedenkfeier ab. Bereits im Vorfeld hatten die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr im Rahmen von Haussammlungen um Spenden zugunsten des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge gebeten.

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