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Korschenbroich: Gedenken am restaurierten Pfadfindergrab in Liedberg

Feierstunde in Liedberg : Gedenken am restaurierten Pfadfindergrab

Zum Jahrestag wurde der vor 90 Jahren im stillgelegten Stollen verschütteten Pfadfinder gedacht. Der Heimatverein hatte die Gedenkstätte zuvor restauriert. Eine Grabplatte soll noch folgen.

Lautes Vogelgezwitscher wies den Haag als friedlichen Ort aus. Doch unvergessen wirkte der tödliche Unfall von vor 90 Jahren nach, als sich die kleine Gruppe zur Gedenkfeier am restaurierten Grabstein beim Pfadfindergrab traf. Das im Auftrag des Heimatvereins aufgearbeitete Denkmal war wie geplant vor dem Jahrestag an seinen angestammten Platz zurückgekehrt. Wegen der Corona-Pandemie aber wurde die ursprünglich groß geplante Gedenkfeier durch eine nicht öffentliche Feierstunde in kleiner Runde ersetzt.

„90 Jahre im Wald sind an dem Grabstein nicht spurlos vorbeigegangen. Wir haben uns gewundert, was sich hier an Erdmassen angesammelt hatte. Ein Teil der Gedenkstätte war im Boden versunken. Mit dem Bagger wurde viel Erde bewegt“, sagte Heimatvereinsvorsitzender Michael Benkel. Dabei sei der der Charakter des Steins erhalten geblieben.

Vor 90 Jahren sei die Idylle im Haag durch den schrecklichen Unfall aus ihrem Schlaf gerissen worden, erinnerte Marc Venten. Der Bürgermeister hob hervor, dass der Vorfall bis heute Menschen über Liedbergs Grenzen hinaus bewege. Dazu trage auch die engagierte Pflege der Stätte bei, so Venten. Er dankte dem Heimatverein, der die Restaurierung des Kreuzes in Auftrag gegeben und finanziert hatte.

Löschgruppenführer Michael Kluth verlas den erschütternden Bericht eines Augenzeugen, der seinerzeit schilderte, wie Feuerwehrleute beim Versuch, die verschütteten Jugendlichen zu retten, ihr eigenes Leben riskierten. Bei der Eröffnung der Grabstätte vor 89 Jahren waren mehr als 1300 Pfadfinder gekommen. Zur Gedenkfeier vertraten Pfarrer Achim Köhler sowie die Jugendlichen Julia und Sonia Wirs die Bewegung. Eines der Mädchen verlas einen Artikel, der schilderte, welche Emotionen das Unglück auslöste. Pfarrer Marc Zimmermann, in jungen Jahren selbst Pfadfinder, bat um ein Gebet für die Verstorbenen. Das Grab sei noch nicht ganz fertig, verriet Ralf Frommen, Geschäftsführer des Heimatvereins. In wenigen Wochen soll eine Grabplatte mit dem eingravierten Zeichen der Pfadfinder eingesetzt werden.