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Korschenbroich: Für Schützenfest Unges Pengste ist alles parat

Schützenfest in Korschenbroich : Alles hergerichtet für Unges Pengste

Die Bruderschaften feiern und zeigen Solidarität: Der Erlös der Tombola ist nicht nur für das Waisenhaus in Bolgatanga, sondern auch für ein Kinderprojekt in der Ukraine bestimmt. Zu den Paraden ziehen sieben neue Schützenzüge auf.

An Christi Himmelfahrt trafen sich die Majestäten Andreas Wegner und Jens Buschhüter sowie die Präsidenten Thomas Siegers und Frederik Hamm mit Bezirksbundesmeister Horst Thoren im Hannen-Stammhaus. Sie sind sich einig: Nach coronabedingter Zwangspause kann endlich wieder Unges Pengste so richtig gefeiert werden.

Vom 4. bis 8. Juni wird das Stadtbild wieder geprägt von 1000 Schützen, mehr als 300 Musikern, Reiterei und prachtvollen Blumenhörnern. Das Programm bietet Paraden, Umzüge, Schützenball und Tanz. „Unges Pengste steht für frohe Begegnung, für gelebte Tradition, für Heimatgefühl nach Korschenbroicher Art. Das brauchen wir jetzt“, hob Thoren hervor. Der von Sven Frank aufgezeichnete Mitschnitt ist ab Mittwoch auf You Tube zu sehen.

Angesichts des Krieges in der Ukraine habe man sich gefragt, ob überhaupt gefeiert werden könne, berichtete Siegers. „Die Antwort ist ein klares Ja, weil die Bruderschaften für Gemeinschaft, Freiheit, Frieden einstehen. Wir müssen in schwierigen Zeiten gegenhalten“, sagte der Sebastianer-Präsident. Als Zeichen der Solidarität werden die Gewehre zu den Umzügen mit blauen und gelben Blumen geschmückt. Auch beim Zapfenstreich werde den aktuellen Ereignissen Rechnung getragen. In Korschenbroich lebende Flüchtlinge sind zum Frühschoppen ins Zelt eingeladen und haben beim Aufbau der Residenzen geholfen.

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Siegers und Hamm berichteten von erfolgreichen, wenn auch durch dreijährige Pause erschwerten Vorbereitungen für fünf frohe Tage. Es habe zusätzlichen Abstimmungsbedarf mit Polizei, Feuerwehr und Stadt sowie erneute Planungen mit Zeltwirt, Schaustellern und Brauerei gegeben. Zunächst fehlten auch Kapellen, während es im Umfeld reichlich Konkurrenz an Festen gebe. Doch nun ist alles geklärt. „Es wird tolle Musik geben“, versprachen die Präsidenten. Zum Tanz im Festzelt auf Pfingstsamstag und -sonntag werden die „Remember Band“ sowie „Sidewalk“ aufspielen. Zum Königsball werde es Montag und Mittwoch festlicher, ergänzte Siegers.

Bei den über Korschenbroichs Grenzen hinaus beliebten Partys am Samstag und Sonntag ist die Besucherzahl begrenzt. Daher gibt es für Tickets zum Preis von zwölf Euro keine Abendkasse, sondern nur Vor- und Online-Verkauf. „Wir wollen fröhlich feiern, aber nach Regeln, die sicher sind“, erklärte Thoren.

In diesem Jahr marschieren sieben neue Schützenzüge erstmals mit, zudem dreißig Jungen im Alter zwischen sechs und fünfzehn Jahren. Alle wollten ein gutes Bild zu Pfingsten abgeben. Daher werde bei Nachwuchs und „alten Hasen“ fleißig für die Paraden geübt, so Hamm.

Der Online-Verkauf der Lose für die Pfingsttombola hat sich im vergangenen Jahr bewährt und soll neben dem persönlichen Verkauf beibehalten werden. Aufgrund des Krieges sei der Erlös aus der Kinderdirekthilfe zu gleichen Teilen für das Projekt „Centre for Child Development“ der katholischen Diözese Navrongo-Bolgatanga in Ghana und ein Kinderprojekt in der Ukraine bestimmt. Als Mitarbeiter der Bolten Brauerei erwirkte Buschhüter eine Sonderedition mit eigenem Etikett für „Unges Pengste“. „Bei jedem Schluck Bier hat man den König vor Augen“, kommentierte Thoren.

Buschhüter wird Maike Schmitz als Königin zur Seite stehen. Er sei 2018 dank der Offenheit der Rheinländer in Korschenbroich angekommen, betonte der aus Franken stammende Sebastianer-König Wegner. Seine Königin Britta formulierte im Vorjahr die Sehnsuchtsworte „Unges Pengste ist ein Streicheln für die Seele“, die sich nun erfüllen.