Korschenbroich: Fotoclub zeigt Ausstellung im Sandbauernhof

Jubiläum in Korschenbroich : Fotoclub blickt auf 50 Jahre Arbeit zurück

Vom Analogen ins Digitale: Eine Ausstellung des Fotoclubs Korschenbroich zeigt künstlerisch gestaltete Motive. Zum Jubiläum blicken Vereinsmitglieder aber auch auf die Anfangsjahre zurück.

Wenn jemand den Übergang von der analogen zur digitalen Welt erzählen kann, dann sind es die Mitglieder des Fotoclubs 69 Korschenbroich. Sie feiern nun ihr 50-jähriges Bestehen mit einer Ausstellung im Liedberger Sandbauernhof. Die älteren Fotografen haben erlebt, wie sich die Kameratechnik komplett veränderte. Als 1969 Johannes Leuchtgens und Arthur Fränzen die ersten Mitglieder um sich scharten, waren das alles Experten, die nicht nur Fotos machten, sondern sie auch selbst herstellten.

Zu den Gründungsmitgliedern gehört Jürgen Heveling, der ebenso wie der heutige Vorsitzende Winfried Seppelt und sein Vorgänger Manfred Pieloth noch weiß, wie früher aus Filmen Fotos wurden, als es noch keine Digitalkameras und keine Handys gab. Wer damals Fotos wollte, ging in ein Fachgeschäft oder in die Dunkelkammer im Haus der Volkshochschule in Korschenbroich. „Dort war ein Labor, das von Arthur Fränzen betreut wurde“, erzählt Seppelt.

Zunächst galt es, aus dem Film einer Kleinbildkamera ein Negativ herzustellen. Bei völliger Dunkelheit kam der Film in eine mit Chemikalien gefüllte Dose. Dann musste der Fotograf die Dose eine viertel Stunde lang alle 30 Sekunden drehen, damit die Entwickler-Flüssigkeit den Film überall erreichte. Das Negativ kam zum Vorschein. Es wurde gewässert und getrocknet. „Nun brauchte man ein Vergrößerungsgerät, Schalen, spezielle Zangen und Fotopapier“, sagt Seppelt. Zur Austellungseröffnung am Donnerstag hatte der Vorsitzende ein Vergrößerungsgerät mitgebracht.

Nachdem das Papier belichtet worden war, es in vier verschiedenen Bädern geschwommen hat und das Foto danach getröcknet worden war, konnte es im Klub präsentiert werden. Die Bilder waren in Schwarz-Weiß. Wer Farbbilder haben wollte, musste noch mehr Aufwand in der Dunkelkammer betreiben.

Damit war es nach der Jahrtausendwende vorbei. „Jetzt haben alle eine Digitalkamera“, sagt Heveling. Und von dem Geheimnis der analogen Fotoherstellung wissen nun nur noch die älteren Mitglieder. Heute hat der Klub 21 Fotografen, der jüngste ist 33 Jahre alt, der älteste 85. Einmal im Monat kommen sie in der Städtischen Grundschule Kleinenbroich zusammen. „Jeder bringt ein Bild mit, das wir alle bewerten und besprechen“, sagt Seppelt. Das können Bilder aus der Region sein, aber auch Fotos von Reisen in fremde Länder. „Dabei geht es um das Motiv, um die Bildkomposition und um die Technik, wobei uns die Schärfe und Tiefenschärfe eines Bildes wichtig sind“, berichtet der Vorsitzende. Die besten Bilder werden einmal im Monat auf der Internetseite des Klubs präsentiert.

Die digitale Technik bietet nun auch die Möglichkeit, Bilder zu verändern. „Wenn da etwas ist, das wir nicht im Bild haben wollen, nehmen wir es am Computer heraus“, sagt Pieloth. Denn der Klub betreibe keine Dokumentation, sondern er zeige künstlerische Fotos. Und das ist bei allen etwa 60 Bildern zu sehen, die im Sandbauernhof ausgestellt sind.

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