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Korschenbroich: Feriencamp mit MINT-Themen in Herrenshoff

Spielerische Experimente in Korschenbroich : In den Ferien werden Kinder Ingenieure

Mit Lego, Logikspielen und Experimenten soll ein Feriencamp in Herrenshoff bei Kindern Interesse an Naturwisschaft und Technik wecken. Ein Besuch bei den kleinen Tüftlern.

Max dreht eifrig eine Kurbel. Dann schaut er, ob er genügend Strom erzeugt hat, um eine Lampe leuchten zu lassen, und misst mit dem Smartphone deren Leuchtdauer. Zuvor hat der Neunjährige Stromkreise gebaut und in Experimenten erforscht, wie Wasser leitet. Max gefällt das Ausprobieren und Beobachten, doch von allen Angeboten beim Feriencamp ist ihm das Bauen mit Lego-Technik das Allerliebste. Während ihn vermutlich das Spielen an sich am meisten interessiert, schult er nebenbei sein räumliches Denken.

„Die Kinder können bei der Montage möglichst vieler verschiedener komplexer Lego-Modelle wertvolle Technikkompetenzen aufbauen, da die Modelle sehr realitätsnah gestaltet sind und die Kinder dabei das dreidimensionale Vorstellungsvermögen spielerisch trainieren“, hebt Andreas Kolo hervor. Der in der Energiewirtschaft tätige Wirtschaftsingenieur ist ehrenamtlicher Geschäftsführer der KMW Kinderförderung Spielerisches Aneignen von MINT-Wissen GmbH in Korschenbroich.

Die KMW ist unter anderem regionaler Netzwerkpartner im Rhein-Kreis Neuss des Hauses der kleinen Forscher, das seinen Hauptsitz in Berlin hat und sich zur Aufgabe macht, Kindern die sogenannten MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik näher zu bringen. Für die Ferienwochen hat Kolo mit Ehefrau Lena und Nina Dümig in Herrenshoff ein Feriencamp eingerichtet. Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit Lego-Technik, Logikspielen und naturwissenschaftlichen Experimenten in den Bereichen Technik, Chemie, Optik, Informatik und Biologie in Anlehnung an das Konzept der Stiftung Haus der kleinen Forscher.

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„Die Ausbildung zu Trainern befähigt uns, die Experimente auf Lernstände anzupassen und herauszufinden, wo ein Kind steht. Da setzen wir an“, erzählt Kolo. Bei den Experimenten gehe es in der Altersgruppe der Drei- bis Zwölf-Jährigen zuallererst um Basiserfahrung und nicht um komplizierte Fachbegriffe. „Die Kinder sollen spielerisch Hemmungen gegenüber MINT-Themen abbauen und ihr Selbstvertrauen stärken. Wir wollen über das Spielerische Kompetenzen aufbauen“, sagt Kolo.

In der ersten Ferienwoche war unter den teilnehmenden Kindern ein Mädchen. In der aktuellen Gruppe sind die Jungen unter sich. „Wir hätten gerne mehr Mädchen dabei“, sagt der Herrenshoffer. Er ist überzeugt, dass in einer immer digitaler werdenden Welt Programmierkompetenzen noch stärker als bisher an Bedeutung gewinnen werden. Diese könnten zum Beispiel beim Bau von selbst entworfenen Lego-Robotern und deren Programmierung für kleine Aufgaben trainiert werden. Als Veranstalter der First Lego-League für den Einzugsbereich Niederrhein habe er bei teilnehmenden Schulteams erstaunliche Leistungen erlebt, so Kolo.

Mit Blick auf die Kinder, die sich in Logikspielen messen, verweist er auch hier auf einen spielerischen Lerneffekt. „Bei jedem neuen Spiel muss man sich auf ein neues Regelwerk einstellen, auch das schult Kompetenzen“, hebt Kolo hervor. Der elfjährige Leonard ist von Angebot und Umfeld begeistert. Besonders stolz ist er auf sein selbst gebasteltes Katapult. Aus einfachsten Alltagsgegenständen hergestellt, ist die kleine Wurfmaschine ein anschauliches Beispiel für das Verhältnis von Kraft und Wirkung.

„Man kann sich hier gut konzentrieren, und es ist schön, in Gesellschaft zu spielen und neue Freundschaften zu schließen“, schwärmt Leonard. Der jüngere Bruder Julius sieht es genauso. Derweil hantiert Bennet mit einem kleinen Nagelbrett, einer Fläche aus beweglichen Nägeln. „Hier, ein Handabdruck“, sagt der Siebenjährige, nachdem er mit leichtem Druck auf das Nagelbrett ein dreidimensionales Abbild seiner Hand gewonnen hat.