Korschenbroich - Familienunternehmen Rippegather feiert Geburtstag

Wirtschaft in Korschenbroich : Familienunternehmen Rippegather feiert runden Geburtstag

Unternehmensgründer Matthias Rippegather polsterte nach dem Krieg zunächst von zuhause aus.

Korschenbroich Als Matthias Rippegather mit der Polsterei begann, war Schinken begehrtes Tauschobjekt.  Für die Ersatzwährung erwarb der Korschenbroicher Gestelle, um darüber eine Couch zu arbeiten. Heute führt Enkel Ralf in dritter Generation das Familienunternehmen „Raumausstattung Rippegather“. Das feiert 70-jähriges Bestehen. Nach der Rückkehr aus dem Krieg hatte Gründungsvater Matthias Rippegather zunächst von zuhause aus als Polsterer gearbeitet. Bald richtete er eine kleine Werkstatt ein und 1948 ein erstes Geschäft auf der Hindenburgstraße. Im dritten Schritt verwandelte er die Wohnung an der Hindenburgstraße 10 in ein Ladenlokal mit Nähstube. Als Matthias Rippegather 1976 starb, übernahm Sohn Leo das Geschäft. Der Nachfolger modernisierte und erweiterte als gelernter Polsterer und Dekorateur das Angebot. Ehefrau Marlies ergänzte das Sortiment um Zierkissen und Dekorationsware. Mit dem Umzug auf die gegenüberliegende Straßenseite stand für Ralf Rippegather 2014 die nächste Vergrößerung an. „Die Lage hier ist genial. Allein durch den Wechsel der Straßenseite hat sich die Laufkundschaft verdoppelt“, stellt der Inhaber zufrieden fest. Schwester Ursula Gaida unterstützt ihn im Verkauf und bei Bestellungen. Heute ist Raumausstattung Rippegather neben Schuhhaus Kamper und Modehaus Steigels eines der ältesten familiengeführten Geschäfte im Ort. Zum 70-jährigen Bestehen wird im November auf das Sortiment ein Rabatt von zehn Prozent gewährt. Das gilt auch für Käufe beim „Weihnachtsbummel“ (14. bis 16. November) bei Kaffee, Selbstgebackenem und Sekt.

Rückblickend erzählen die Geschwister von Veränderungen. „Unsere Mutter hat erzählt, dass der Opa unter der Ladentheke ein paar Kissen hatte, die er nur rausholte, wenn danach gefragt wurde. Da wurde vielleicht zu Weihnachten ein Prunkkissen verkauft“, sagt Ralf Rippegather. Er versteht die Profession des Raumausstatters als nachhaltigen Beruf. „Unsere Kunden legen Wert auf Qualität und Individualität. Daher sind uns das Gespräch und die Beratung sehr wichtig“, ergänzt Gaida. Polsterei und Näharbeiten sind inzwischen ausgelagert. „Wir dürfen hier keinen Lärm machen“, sagt der Inhaber. Statt einer Werkstatt gibt es nun ein Bügelzimmer und einen Rückzugsort für die Feinarbeit an Gardinen.

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