1. NRW
  2. Städte
  3. Korschenbroich

Korschenbroich: Familie Hübgens findet keinen Kita-Platz in Kleinenbroich

Familie Hübgens ist enttäuscht : Kein Kita-Platz für Pia in Kleinenbroich

Familie Hübgens würde ihre Tochter gerne im Sommer zur Kita schicken. Doch ihr Plan droht an den Gegebenheiten in der Stadt zu scheitern.

Pias Traumort liegt drei Minuten Fußweg von der Wohnung ihrer Eltern entfernt. Einmal hat sie ihn bereits von innen gesehen. Seitdem sagt sie jeden Tag: „Mama, Pia Kindergarten.“ Pia, die Tochter von Kim und Patrick Hübgens wird im Juli drei Jahre alt. Ab August möchten die Eltern einen Kindergartenplatz für sie. Am liebsten in Kleinenbroich, in der Kita Am Hallenbad. Da das nicht geht, droht Pias Traum voerst zu platzen.

„Im November kam der Anruf, dass es keinen freien Platz in unserem Wunsch-Kindergarten gibt“, sagt Kim Hübgens. Und nicht nur dort: In ganz Kleinenbroich ist nichts frei für Pia. Sie ist schlichtweg zu jung. Ältere Kinder haben bei der Auswahl Vorrang. Pia ist kein Einzelfall. Viele Eltern in Korschenbroich haben für ihr Kind keinen Platz in der Wunsch-Einrichtung erhalten. Manche sogar gar keinen.

Für das Kindergartenjahr 2020/21 haben insgesamt 453 Familien ihre Kinder für eine Kita angemeldet. Dabei gingen zunächst 105 Kinder leer aus, wie die Stadt mitteilt. Durch weitere Kindergartengruppen, die das Deutsche Rote Kreuz in Kleinenbroich und Alt-Korschenbroich führt, konnten 75 neue Plätze geschaffen werden. Damit konnte die Stadt den Rechtsanspruch erfüllen, dass alle Kinder ab drei Jahren einen Kita-Platz erhalten. Auch Pia.

Besagter Platz ist allerdings in Korschenbroich. In einer vorübergehenden Container-Lösung, wie die Familie beklagt. Eine weitere Einrichtung in Kleinenbroich ist noch nicht fertiggestellt. Der Betrieb soll erst zum 1. August 2021 beginnen.

Familie Hübgens weiß schlichtweg nicht, wie sie bis dahin Pia immer nach Korschenbroich bringen soll. Vater Patrick arbeitet in Krefeld im Schichtdienst, Mutter Kim ist erneut schwanger. Im Juni ist der errechnete Geburtstermin. Die Fahrerei, das Baby – sie weiß nicht, wie sie das alles unter einen Hut bekommen soll. In Kleinenbroich könnten auch einmal Verwandte einspringen, Pia von der Kita abholen. „Nach der Geburt bin ich erst einmal zuhause und könnte mich natürlich auch um Pia kümmern“, sagt Kim Hübgens. „Aber die beste Lösung ist das nicht für sie.“

Die Familie hat sich an das Jugendamt gewandt, wollte Unterstützung bei der Suche nach einer Tagesmutter. Erst war es schwer dort überhaupt jemanden zu erreichen, sagt sie. Dann fiel das Gespräch äußerst knapp aus. „Es hieß nur: Der Rechtsanspruch wurde erfüllt“, sagt Patrick Hübgens. Keine Beratung. Keine Hilfe.

Ihr Problem: Die meisten Tagesmütter oder Tagesväter nehmen nur Kinder auf, die unter drei Jahre alt sind. Danach wechseln die Kinder in der Regel in eine Kita. Familie Hübgens müsste also den Ausnahmefall finden. Oder auf einen Nachrücker-Platz hoffen. „Sollte innerhalb der Kleinenbroicher Kindertagesstätten ein passender Platz frei werden, wird die Familie ebenfalls informiert“, teilt die Stadt mit.

Zunächst müssen sich die Eltern allerdings bald entscheiden, ob sie Pia doch noch in Korschenbroich anmelden. Bis Ende des Monats haben sie dazu noch Zeit. „Wahrscheinlich werden wir das nicht tun“, sagt Kim Hübgens. Auch wenn es sie traurig mache. Es könnte also sein, dass Pia noch ein ganzes Jahr zuhause bleiben muss, bis sie endlich an ihren Traumort Kindergarten kommt.