Korschenbroich: Facebook-Gruppe hilft bei vermissten Haustieren

Nicht nur die Korschenbroicher Feuerwehr hilft : Was tun, wenn das Haustier entlaufen ist?

Marlis Jöbges hat eine Gruppe für vermisste Tiere in Korschenbroich eingerichtet. Auch die Feuerwehr hilft, wenn Hunde oder Katzen ausgebüxt sind. Besonders hilfreich für die Suche ist es, wenn die Tiere Transponder tragen.

Nicht alle Geschichten gehen so gut aus wie bei Lizzy. Die 2016 geborene Katze wurde am 15. April in Pesch vermisst, und schon am 17. April konnte Marlis Jöbges auf Facebook mitteilen, dass die junge Katze wieder zu Hause ist. Denn als man sie fand, hatte sie alle Informationen bei sich.

„Es ist immer gut, wenn Tiere einen Transponder haben“, sagt Jöbges. In dem zwölf Millimeter kleinen Datenspeicher ist eine 15-stellige Nummer gespeichert, die mit einem speziellen Lesegerät sichtbar wird und hinter der sich der Halter des Tieres verbirgt. Hat ein aufgefundenes Tier keinen Transponder, ist es schwierig zu ermitteln, wem das Tier gehört. So war das bei einer Katze, die am 29. April zwischen Liedberg und Steinforth tot aufgefunden wurde. Sie wurde in die Tierklinik nach Mönchengladbach gebracht, gleichzeitig zeigte Jöbges auf ihrer Facebook-Seite „Vermisste und gefundene Tiere in Korschenbroich“ Bilder der Katze. Doch der Halter konnte nicht ermittelt werden.

„Die Facebook-Seite habe ich am 4. Oktober 2018 eingerichtet“, sagt Jöbges, die sich gemeinsam mit Thomas Münzer für die Tiere engagiert. Auf der Seite der Gruppe „Korschenbroich“ seien immer mehr Hilferufe wegen vermisster Tiere erschienen. Um diesen Menschen direkt zu helfen, habe sie die neue Gruppe gegründet, die inzwischen 330 Mitglieder habe. Auf der Seite können sowohl vermisste oder entlaufene als auch gefundene oder zugelaufene Tiere sowie auch Totfunde gemeldet werden. „Wichtig ist es, eine genaue Beschreibung des Tieres zu geben und möglichst ein Foto.“ Meldungen von toten Haustieren seien wichtig, „damit wir den Transponder auslesen und die Halter benachrichtigen können.“

Wenn es möglich sei, sollte man das Tier von der Straße nehmen, an die Seite legen und ein Foto machen. „Ich habe immer schon Katzen gehabt“, sagt Marlis Jöbges. Gerade Katzen seien oft nur vorübergehend weg und kämen oft wieder. Ihre Liebe zu Tieren hat sie sich von Jugend an bewahrt, auch in Türkei-Urlauben kümmert sie sich um die Not von Straßentieren und arbeitet mit der Gruppe „Tierfreunde Antlaya“ zusammen. Daheim versorgt Jöbges heute drei Katzen und zwei Hunde.

Wenn Tiere verletzt aufgefunden werden, wenden sich viele aber zuerst an die Feuerwehr. „Wir werden bei entlaufenen und verletzten Tieren angerufen“, sagt Korschenbroichs Feuerwehr-Chef Frank Baum. „Da geht es nicht nur um Katzen oder Hunde, sondern auch um Eichhörnchen oder Greifvögel.“ Verletzte Tiere bringt die Feuerwehr zur Tierklinik in Mönchengladbach. Wenn der Halter eines Hundes oder einer Katze nicht ermittelt wird, übergibt die Feuerwehr das Tier in die Obhut des Tierheims in Oekoven.

„Wir setzen gefundene Tiere auch auf unsere Facebook-Seite, und dann ist oft schon nach einer halben Stunde der Halter da“, sagt Baum. Die Meldungen über entlaufene oder verletzte Tiere seien aber nicht mehr geworden als früher, gemessen an den sonstigen Alarmierungen sei es relativ wenig, „es geschieht nicht jeden Tag“.