Korschenbroich: Erinnerung an einen Glehner Uhrmacher

Heimatfreunde Glehn : Erinnerung an einen Glehner Uhrmacher

Das Glehner Heimatmuseum war im Sommer wegen allzu großer Hitze an den Ausstellungstagen nicht geöffnet. Am 29. September wird die vorbereitete Ausstellung über Uhrmacher und Juwelier Matthias Birkmann zu sehen sein.

Bis Ende des vorigen Jahrtausends war der 1928 geborene Glehner Uhrmacher und Juwelier Matthias Birkmann eine Institution in Glehn, die jeder kannte. Mit Spannung hatten viele Glehner die bereits im Sommer vorbereitete Ausstellung erwartet. Am Sonntag, 29. September, von 14 bis 17 Uhr ist es soweit, und die Eheleute Wilfried und Christel Bruyers haben versprochen, in den nächsten Tagen sogar noch weiteres Material aus der Werkstatt von Birkmann aus nicht-digitaler Zeit zur Verfügung zu stellen. Bryers haben die alten Schätzchen aus Birkmanns Verkaufsraum und Werkstatt sorgsam gelagert, seit sie im Jahr 2011 das Haus des 1998 verstorbenen Uhrmachers an der Bachstraße 2 mit sämtlichem Inventar übernommen hatten. –

Stephen Hendy ist der Archivar bei den Glehner Heimatfreunden und kümmert sich gemeinsam mit Gerhard Tumma, Marion Künne und Heinz Weckopp um die Präsentationen der Heimatfreunde. Und er erinnert sich noch gut: „Matthias Birkmann war früher die erste Anlaufstelle für Gravuren und auch für die Reparatur von Uhren oder Armbänder – er hatte alle notwendigen Ersatzteile, und es gelang ihm alles.“

Stephen Hendy und Gerhard Tumma wissen noch gut: „Wenn man in den Laden reinkam, kam Matthias Birkmann einem mit der aufgeklappten Lupe auf der Stirn über seiner Brille entgegen. Bei der Arbeit hatte er dann das Lupenglas auf seine Brille geschoben.“ Und wenn beim Glehner Schützenfest der Festzug an Birkmanns Haus vorbeikam, saß er immer gemeinsam mit Ehefrau Helga im Fenster und winkte, denn er kannte alle Leute. Der Festzug war für ihn im wahrsten Sinn des Wortes ein Vorbeimarsch.

Die Glehner Heimatfreunde präsentieren am 29. September viel Wissenswertes rund um Uhrmacher Birkmann und uralte Geräte, die allerdings auch heute noch für die Miniaturfedern in manuellen Armbanduhren schonender als heutige Ultraschall-Reinigungsgeräte sind. Denn durch Ultraschall könne die Spannkraft der Federn nachlassen. Auch ist ein Entmagnetisierungsgerät aus den 1930er Jahren zu sehen sowie Geräte wie ein manueller Press-Stock als Gehäuseschließer für Armbanduhren oder eine manuelle Drei-Backen-Futterdrehmaschine zum Ausrichten und Auswuchten von Zahnrädern und vieles mehr.

2020 besteht das Glehner Heimatmuseum zehn Jahre, und Gerhard Tumma erklärt: „Kurz vor der Ausstellung über Matthias Birkmann werden wir Heimatfreunde besprechen, welche Ausstellungen wir im Jubiläumsjahr bieten werden. Etwas Besonderes soll es natürlich sein. Am 29. September werden wir wahrscheinlich Genaueres wissen.“

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