Korschenbroich: Epsendorfer Dorfgemeinschaft formiert sich gegen Windrad

Ergebnis der Dorfversammlung in Epsendorf : Strategiesuche gegen das Windrad

Die Epsendorfer Dortgemeinschaft bringt sich gegen die geplante Anlage in Stellung. Kritikpunkte gibt es viele. Ob der Protest Wirkung zeigt, ist dennoch fraglich.

Die Politik – mit Ausnahme der Grünen – will es nicht und die Epsendorfer Bürger wollen es auch nicht, das Riesenwindrad. Es soll 242,5 Meter hoch sein und der Abstand zur nächsten Wohnbebauung beträgt lediglich 584 Meter. Der Dorfvorstand hatte kurzfristig eingeladen und rund 70 Epsendorfer kamen am Donnerstagabend in die Dorfhütte am Bilderstock.

Der Technische Beigeordnete Georg Onkelbach informierte die besorgten Bürger, ohne ihnen ihre Ängste nehmen zu können, denn: „Der Antrag auf Baugenehmigung wurde nicht bei der Stadt Korschenbroich gestellt, sondern beim Rhein-Kreis Neuss – wir geben nur eine Stellungnahme ab.“ Und die werde negativ sein. Er dämpfte jedoch allzu großen Optimismus: „Die Erfahrung lehrt, das man solche Anlagen nicht verhindern kann.“

Verhindern wollen die Epsendorfer auch nicht weitere Windräder, aber das jetzt auf Glehner Gebiet geplante sei zu hoch und zu nah an der Bebauung. Sie fürchten vielfältige negative Auswirkungen, zum Beispiel den Schattenschlag, der die Leistungsfähigkeit von Solaranlagen beeinträchtigen könne, aber auch störende Geräuschimmissionen.

Onkelbach hält es für wahrscheinlich, dass die Stellungnahme der Stadt Korschenbroich im Rahmen des Genehmigungsverfahrens auch der Bezirksregierung zur weiteren Prüfung vorgelegt wird. Er sprach von schwammigen Vorschriften, zum Beispiel in Bezug auf die Mindestabstände zur Wohnbebauung. Die Epsendorfer hoffen, dass bundesweit ein Mindestabstand von 1000 Metern nicht nur diskutiert, sondern auch gesetzlich festgeschrieben wird. Andererseits wissen sie, dass der Antrag auf Baugenehmigung ja schon gestellt wurde, als es diese 1000-Meter-Regelung noch nicht gab.

Ein Bürger befürchtet „einen Schattenwurf, der einen kirre macht“, für eine Bürgerin steht fest: „Wenn die Dinger immer höher werden, muss auch der Abstand zur Wohnbebauung größer werden.“ „Vielleicht ist das Windrad an dieser Stelle ja zu hoch für die Einflugschneise des Mönchengladbacher Flughafens?“, gab Onkelbach zu bedenken. Eine Bürgerbeteiligung sei in diesem Fall allerdings nicht erforderlich.

Regina Jansen, Schriftführerin des Dorfvorstands, warb für folgende Strategie: „Wir müssen aktiver werden, den Entscheidern positiv auf den Geist gehen.“ Christoph Schmidt hat am 8. Januar einen Termin beim zuständigen Sachbearbeiter der Kreisverwaltung. Worüber sich CDU-Ratsfrau Renate Erhart wunderte: „In Scherfhausen hat sich noch nichts bewegt.“ Und die Lüttenglehner wollten nur über die Versammlung informiert werden.

Onkelbach erklärte, dass es möglich, aber riskant sei, gegen eine mögliche Baugenehmigung zu klagen: „Wenn wir das Verfahren verzögern, könnten hohe Schadenersatzforderungen auf uns zukommen – das müssen wir immer im Hinterkopf behalten.“