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Korschenbroich: Einweihungskonzert der Orgel in St. Andreas

Neue Orgel in Korschenbroich : Einweihungskonzert mit vier Organisten

Das Publikum konnte das Spiel der Musiker auf einer Leinwand im Altarraum von St. Andreas verfolgen.

„Völlig überwältigt“ zeigte sich  Martin Sonnen angesichts des übergroßen Andrangs beim Einweihungskonzert der „reorganisierten“ Orgel. Der Kantor   nahm die Gelegenheit wahr, dem Kirchenvorstand, dem Freundeskreis für Orgelmusik, dem Orgelsachverständigen des Bistums Aachen, den örtlichen Handwerksbetrieben und den zahlreichen Helfern zu danken. Vor allem aber galt sein Dank der Orgelbaufirma Weimbs, die dafür gesorgt hat „die Orgel zu einem technisch und musikalisch homogenen Ganzen werden zu lassen“, wie Orgelbaumeister Frank Weimbs es in der Festschrift ausgedrückt hatte.

Die nun 78, auf vier Manuale und Pedal verteilten Register, die eine unendlich reiche Farbpalette bereithalten, wurden in einem Improvisationskonzert von vier Konzertorganisten vorgestellt.

Den Anfang machte Stefan Schmidt, der nicht nur für die Musik am Würzburger Dom verantwortlich ist, sondern auch eine Orgel- und eine Improvisationsklasse an der Düsseldorfer Robert-Schumann-Hochschule leitet. Seinen abwechslungsreichen Versetten war jeweils ein kurzer, von Martin Sonnen vorgetragener Gedanke vorangestellt, der – für den Hörer gut nachvollziehbar – die unterschiedlichen „Aufgaben“ der Orgelmusik (Gotteslob, Trost der Betrübten, gemeinsame Sprache der Christenheit) beleuchtete.

Rolf Müller, Domorganist und Kantor am Dom zu Altenberg, wählte den Angelus-Silesius-Choral „Morgenstern der finst’ren Nacht“ als Vorlage für Introduktion und Passacaglia im spätromantischen Stil. Hier kam ihm die reiche Palette romantischer Register sehr entgegen.

Martin Sonnen stellte in kurzen Improvisationen zur besseren Orientierung der Zuhörer die einzelnen Registergruppen vor. Der an der Rotterdamer Musikhochschule lehrende, weitgereiste Hayo Boerema sorgte mit rasanten, gemäßigt modernen Klangkaskaden für das „furiose Finale“, das der Kantor zuvor versprochen hatte.

Insgesamt war es ein mit stehenden Ovationen bedachter Ohren -und Augenschmaus, da das Publikum mittels Übertragung auf eine Leinwand im Altarraum auch optisch teilhaben konnte.