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Korschenbroich: DRK versorgt Impflingen bei mobiler Impfaktion

Aktion des Roten Kreuzes in Korschenbroich : Rat und heiße Suppe in der Impf-Wartezeit

Beim Warten auf die Impfung gegen das Coronavirus hat das Korschenbroicher Rote Kreuz die Menschen nicht alleine gelassen. Ein DRK-Team sorgte für Verpflegung und half mit Tipps – womöglich nicht zum letzten Mal.

Schlange stehen im Nieselregen bedeutet Tropfnase, kalte Füße und das ungute Gefühl, besonders anfällig für einen grippalen Infekt zu werden. Heiße Suppe oder warme Getränke wirken sich in solchen Momenten wundersam auf das Wohlgefühl aus. So mochte das Team des DRK Ortsvereins Korschenbroich an den beiden vergangenen Sonntagen die Impfwilligen vor der mobilen Impfstation im Rathaus nicht im Regen stehen lassen. Sechs Mitglieder, darunter zwei Frauen, hatten auf dem Schulhof des Gymnasiums eine Verpflegungsstation aufgebaut, um den Wartenden ein bisschen Wärme zu schenken. „Das ist eine gute Idee und wunderbare Sache, wenn man wartet. Das erfreut richtig“, urteilte der Korschenbroicher Manfred Gawlik, nachdem er aus der Reihe ausgeschert war, um seinen leeren Becher auf die Theke zurückzustellen.

Der von Reinhold Scheffler zur Verpflegungsstation umgebaute Anhänger kommt üblicherweise bei größeren Einsätzen der Feuerwehr zum Einsatz. Sollten sich für die kommenden Sonntage immer wieder genügend freiwillige Helfer finden lassen, wird das Angebot vor der mobilen Impfstation aufrechterhalten. „Wir haben Kaffee, sechs Teesorten zur Auswahl und eine vegetarische Gemüsebrühe. Die wärmt am besten von innen. Für Kinder, die von ihren Eltern mitgenommen werden, haben wir auch Süßigkeiten“, sagte Karin Scheffler zum „Sortiment“. Das wurde kostenfrei angeboten.  Freiwillige Spenden für die Arbeit des DRK werden gerne angenommen.

 Helfen beim Impfen: Reinhold Scheffler, Ilona Hellingrath, Edith Hoffmann, Ulrike Steinberg, Karin Scheffler, Hans Wienen, Marc Schmitz.
Helfen beim Impfen: Reinhold Scheffler, Ilona Hellingrath, Edith Hoffmann, Ulrike Steinberg, Karin Scheffler, Hans Wienen, Marc Schmitz. Foto: DRK
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„Das Ganze ist eine Gemeinschaftsproduktion. Wir haben mit den Frauen von der Blutspende gesprochen. Die Sanitäter haben wir rausgehalten, die haben schon mehr als genug zu tun“, erzählte Scheffler. Wie Ehemann Reinhold gilt sie wegen ihrer langjährigen Verbundenheit zur Hilfsorganisation vielen als Gesicht des DRK Korschenbroich. Hans Wienen, seit 1958 DRK-Mitglied, sorgte dafür, dass es auch für die Helfer eine Stärkung in Form von Käsebrötchen gab.

„Das Angebot wird gerne angenommen“, erzählte Stefan Brings. Er hofft, dass die Aktion auch dazu beiträgt, die Arbeit der Hilfsorganisation wieder verstärkt ins Bewusstsein zu rücken. „Es ist wichtig, Präsenz zu zeigen. Uns brechen die Mitglieder weg. Junge Leute hören zum Beispiel oft wegen eines Studiums in einer anderen Stadt auf. Interessierte können gerne in die ehrenamtliche Arbeit des DRK reinschnuppern und sehen, dass wir in den Verpflegungs- und Betreuungsdiensten flexibel sind“, erklärte der Vorstandsvorsitzende. „Mit dieser Aktion kann auch auf die Uneigennützigkeit der Organisation hingewiesen werden. Jüngere haben vielleicht Spaß daran als Verstärkung bei Blutspenden und in der Technik zu helfen“, sagt Kassenwart Marc Schmitz.

Das komplett durchgeboosterte Team gab neben Tee und Suppe  ebenso gerne obendrein Tipps aus. Wie die voraussichtliche Wartezeit einzuschätzen sei, fragte ein junger Mann, ehe er sich die Warteschlange einreihte. Ob der mitgebrachte Impf- und Personalausweis als Dokumente ausreiche, wollte eine Frau wissen. Vielen sei die empfohlene Wartezeit zwischen der zweiten und dritten Impfung nicht bekannt. „Da haben wir schon für manche Betroffene unnötige Wartezeiten verhindern können“, sagte Brings. 

Brings hat beobachtet, dass Impfwillige nicht nur aus Korschenbroich, sondern zum Beispiel auch aus umliegenden Städten, wie Krefeld, Viersen und Wegberg anreisen. Bei zwei Wartenden seien Englischkenntnisse von Nöten gewesen, um ihre Fragen zu beantworten. „Wir sind halt Allrounder“ kommentierte Karin Scheffler mit einem Achselzucken die Bereitschaft, sich nach besten Vermögen für alle Eventualitäten zu wappnen.