Korschenbroich:Drittes Sommerfest der Mundart auf dem Türkshof

Mundart-Sommerfest : 300 Gäste lauschen Vorträgen und Liedern auf Platt

Zum dritten Mal wurde das Sommerfest der Mundart auf dem Hof von Hans-Willi Türks veranstaltet.

Fast 300 Gäste standen und saßen an diesem Sommerabend in der Scheune des Türkshofes in Pesch und amüsierten sich köstlich. Das Sommerfest der Mundart unter dem Motto „Ett wött wijer platt jekallt“ wirkte wie eine gelungene Mischung aus Familien- und Karnevalsfeier.

Hans-Willi Türks und Pejo Stefes führten durch das Programm, das gespickt war mit mundartlichen Vorträgen, Witzen und Musik. Immer wieder fiel den beiden ein, wer noch begrüßt werden musste: der Bundestagsabgeordnete Ansgar Heveling, Achim Thyssen, Leiter des Mundartarchives, Wolfgang Wappenschmidt, Vorsitzender der Kreisbauernschaft, Beigeordneter Thomas Dückers und viele andere. Spontan wurde da auch mal auf ein frisch geborenes Enkelkind gesungen – und vor allem „platt jekallt“.

So lange ist es noch gar nicht her, da wurde den Kindern in der Schule das Platt ausgetrieben, nun wird es wieder gepflegt. Dafür sorgt der Verein zur Pflege und Förderung der Mundart im Rhein-Kreis Neuss. „Ein neues Talent ist uns geboren: Elias“, schwärmte Pejo Stefes, nachdem Elias Venten und Andrea Otten ihren Vortrag beendet hatten. Otten mimte eine Lehrerin, die ihren Schüler Elias abfragt. Dieser ist bauernschlau, weiß auf alles eine Antwort und verblüfft auf diese Weise seine Lehrerin. Der 13-jährige Elias Venten war nicht nur „platt-sicher“, sondern trug mit seinem mimischen Talent zu den Lachern beim Publikum bei.

Die älteste Vortragende war Cilly Fiethen. „Ich bleib euch treu“, versprach die 94-Jährige und trug an diesem Abend die Geschichte über den Kampf gegen eine Fliege vor.

Hans-Willi Türks hielt einen witzigen Vortrag, den er in den Unterlagen seines 1999 verstorbenen Vaters gefunden hatte. Was China mit unserer Mundart zu tun hat, das erklärte Heinz Stiegen.

Auch musikalisch war einiges auf Platt zu hören. Der Kinderchor unter der Leitung von Gabriele Auel-Knecht, begleitet von Norbert Brendgen, begeisterte mit kölschen Liedern, die das Publikum mitsang. Die Mundart-Combo „De Neärschbrooker“ hatte eine Vielzahl von Liedern im Gepäck. Zum Mitsingen – schließlich gab es ein Liederheft für alle Gäste, die die Texte mitlesen und mitsingen wollten.

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