Korschenbroich: Drei Herausforderer für Bürgermeister Marc Venten

Kommunalwahl 2020 in Korschenbroich : Drei Herausforderer für Marc Venten

Der Bürgermeister hat seine Bereitschaft zur Wiederwahl erklärt. Jetzt steht fest: Für eine zweite Amtszeit muss sich Venten im September 2020 gegen mindestens drei weitere Kandidaten durchsetzen.

Seit vier Jahren ist Marc Venten (CDU) Bürgermeister der Stadt Korschenbroich. Mindestens sechs weitere sollen es werden. Dafür muss Venten am 13. September 2020 wiedergewählt werden. Am liebsten mit absoluter Mehrheit, wie er in dieser Woche verriet. Mindestens drei Mitbewerber werden versuchen, das zu verhindern. SPD, Grüne und erstmals auch die AfD wollen eigene Kandidaten aufstellen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unserer Redaktion unter den Korschenbroicher Parteien.

„Wir werden einen eigenen Kandidaten aufstellen“, bestätigt der SPD-Stadtverbandsvorsitzende Udo Bartsch. Eine Namen können die Sozialdemokraten derzeit noch nicht nennen. Aber es gebe bereits Überlegungen, wer kandidieren wird. Im ersten Quartal 2020 dürfte die Entscheidung getroffen sein.

Ähnliches berichtet Wolfgang Houben, Fraktionschef der Korschenbroicher Grünen.  Noch sei die Partei aber in einem frühen Vorbereitungsprozess. Es stehe bislang nicht fest, wer für die Grünen antreten könnte. „Wir wollen uns im Januar zusammensetzen“, sagt Houben. „Das hat keine Eile.“

Damit scheint auch ausgeschlossen, dass sich beide Parteien noch auf einen gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten einigen können. „Es gab Gespräche, aber keinen konkreten Vorschlag“, sagt Houben. Niemand habe ein Angebot gemacht. Auch seine Grünen nicht. Für Bartsch ist die überparteiliche Kandidatensuche abgehakt. Es sei klar, dass die SPD selbst einen Bewerber auswähle. „Natürlich freuen wir uns aber, wenn auch andere ihn unterstützen“, sagt er.

Sollte es bei den derzeitigen Planungen bleiben, scheinen die Siegchancen von Marc Venten damit weiter zu steigen. Stand jetzt wird es im September des kommenden Jahres keine Stichwahl geben. Venten in nur einem Wahlgang mit einem SPD- und einem Grünen-Kandidaten zu schlagen, die sich beide Stimmen wegnehmen, erscheint unwahrscheinlich. Neben SPD und Grünen plant auch die AfD eine Kandidatur. „Wir wollen überall mit einem eigenen Bürgermeisterkandidaten antreten“, sagt Kreisparteisprecher Dirk Kranefuss. „Die Überlegungen dazu sind in Korschenbroich jedoch noch nicht abgeschlossen.“ Bislang ist die Partei noch nicht im Stadtrat vertreten. Ein Stadtverband hatte sich erst im September konstituiert.

Die Aktive und die FDP haben sich noch nicht entschieden. „Wir können zum jetzigen Zeitpunkt weder ausschließen, noch bestätigen, dass jemand für uns als Kandidat antritt“, sagt Die Aktive-Vorsitzende Gabriele Parting. Der FDP-Stadtverbandsvorsitzende Thomas Betz sagt: „Wir können uns beides vorstellen. Wir sind in einem Denk- und Findungsprozess.“

ULLi wird hingegen wahrscheinlich keinen eigenen Bewerber aufstellen. Ortsverbandssprecher Bernd Makowiack verweist auf die Diskussion, einen gemeinsamen Kandidaten gegen Venten aufzustellen. Vor vier Jahren gab es keine Einigung. Und auch dieses Mal scheint der Prozess gescheitert. „Wenn man antritt, sollte man auch eine realistische Chance haben“, sagt er. Als reiner ULLi-Bewerber wird Makowiack daher nicht zur Verfügung stehen. Ein eigener Bürgermeisterkandidat sei unwahrscheinlich.

Gerne würde Makowiack aber seine Fraktionsgemeinschaft mit Wolfgang Hübgens vom Zentrum in der kommenden Legislaturperiode fortsetzen. Hübgens war für eine Stellungsnahme zu den Plänen seiner Partei nicht zu erreichen.

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