Korschenbroich: Diskussion um Lärmbelastung durch Düsseldorfer Flughafen

Diskussion in Korschenbroich : Stadt will Bürger vor Lärm schützen

Der Bürgerbus des Düsseldorfer Flughafens machte zum ersten Mal Halt in Korschenbroich. Die Airport-Vertreter informierten über ein Problem, dessen Ausmaß umstritten ist. Eine Langzeitmessung könnte helfen.

 Es war eine Premiere. Der Bürgerbus des Düsseldorfer Flughafens war erstmals zu Gast in einer Stadt, in der sich gleich zwei Initiativen vornehmlich mit dem Thema Fluglärm beschäftigen. Und sich weiterhin nicht darüber einig sind, wie groß das Problem eigentlich ist.

Vier Ansprechpartner vom Nachbarschaftsdialog des Flughafens machten in Kleinenbroich und Korschenbroich für jeweils zwei Stunden Halt. Dort diskutierten sie mit den Bürgern, vor allem aber mit Vertretern des BUND und der beiden Gruppierungen „Bürgerinitiative gegen Fluglärm in der Stadt Korschenbroich“ und „Bürger gegen Abgase und Fluglärm in Korschenbroich“ (BAF-Ko) über Flugverkehr im generellen. Und die Lärm- und Abgasbelastung in Korschenbroich. Jeweils vor Ort: Der technische Beigeordnete Georg Onkelbach. Er berichtet von konstruktiven Gesprächen zwischen Flughafen- und Bürgervertretern. „Wir werden als Stadt alles tun, um unsere Bürger vor Lärm zu schützen – soweit der rechtliche Rahmen uns die Möglichkeit dazu gibt“, sagt Onkelbach.

Konkret heißt das Folgendes: Die Stadt hat sich mit dem Flughafen auf längerfristige Lärmmessungen geeinigt. Außerdem bemüht sich die Stadt darum, in die Fluglärmkommission aufgenommen zu werden, um aktiv auf die Entwicklungen am Flughafen Einfluss nehmen zu können. Schritte, die der BUND Korschenbroich bereits im August in einem Bürgerantrag gefordert hatte. „Der Flughafen erkennt Fremdmessungen nicht an“, sagt BUND-Sprecher Gerd Sack. Umso wichtiger sei es nun, offizielle Daten zu erheben. Erste Messungen im Rahmen des Bürgerbus-Besuchs waren laut Stadt noch nicht aussagekräftig genug.

Bis konkrete Ergebnisse vorliegen, ist auch weiterhin unklar, ob es in Korschenbroich überhaupt ein drängendes Fluglärm-Problem gibt. Während Vertreter der BAF-Ko beim Bürgerbus-Besuch mit Protestplakaten aufmarschierten, ist das den Kollegen der Bürgerinitiative gegen Fluglärm zu alarmistisch. „Es gibt da ein paar Leute, die sich über alles aufregen“, sagt Martin Rothe von der Bürgerinitiative, die sich aus Protest gegen den Verkehrslandeplatz Mönchengladbach gegründet hatte. Der Fluglärm aus Düsseldorf sei hingegen in Korschenbroich zu ertragen, sagt Rothe. Die Begegnung mit den Vertretern des Flughafens sehr angenehm gewesen. Überhaupt verstehe er nicht, warum es zwei Initiativen zu einem Thema geben müsse.

Stadtratsmitglied Wolfgang Houben ist bei beiden dabei. Er verteidigt das Vorgehen der neu gegründeten BAF-Ko. „Wie das Empfinden ist, hängt davon ab, wo man wohnt“, sagt er. Der Vorteil der BAF-Ko sei, dass sie sich in eine Reihe von Initiativen im Umkreis einreihe, die sich allesamt gegen die Belastung durch den Düsseldorfer Flughafen richten. Ohne die Neugründung, so Houben, wäre der Bürgerbus auch gar nicht erst „zur Beruhigung“ nach Korschenbroich gekommen.

Es bleibt also abzuwarten, wie sich die Frage nach der Lärmbelastung weiter entwickelt. So war der Besuch aus Düsseldorf ein Anfang. Das Ende liegt in hoffentlich allgemein anerkannten Zahlen. Ganz ohne subjektive Bewertung.

Mehr von RP ONLINE