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Korschenbroich: Die "tierischen" Einsätze der Feuerwehr

Korschenbroich : Feuerwehr hilft auch Tieren in Not

Die Feuerwehr ist oft erster Ansprechpartner für ausgebüxte Haustiere und verletzte Wildtiere. Die Versorgung der Wildtiere zählt nicht zu den eigentlichen Aufgaben, doch die Florianer kümmern sich trotzdem.

Zwei kleine Täubchen waren aus dem Nest gefallen, noch nicht flügge und vermutlich Opfer von Schnittarbeiten. Dank der Freiwilligen Feuerwehr und der Vogelschutzgruppe Korschenbroich gab es für die Jungvögel ein Happy End. „Die beiden Ringeltauben hätten vermutlich noch zwei Wochen im Nest zugebracht und wären danach noch eine Woche gefüttert worden. Es ist keine Kunst, Tauben aufzuziehen. Man muss sich nur die Zeit nehmen“, sagt der 80-jährige Vogelfreund Bernhard Klein. Er nimmt sich die Zeit. Am gleichen Wochenende wurde eine dritte Taube verletzt bei der Feuerwache abgegeben und von da aus ebenfalls in kundige Hände übergeben.

Solche Einsätze rund um die Wildtiere zählen nicht zum Pflichtprogramm. Doch die Florianer fühlen sich auch angesichts tierischer Not zuständig. „Die Notrufleitung ist 24 Stunden besetzt, und so sind wir rund um die Uhr erreichbar“, sagt Feuerwehrchef Frank Baum. Er weiß, dass die 112 wegen der ständigen Erreichbarkeit nicht nur bei Feuer, Überschwemmung und Gefahr von Menschenleben gewählt wird.

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„Wenn ein Vogel aus dem Nest fällt, ein verletzter Adler oder Falke gefunden werden, ein Reh im Zaun hängen bleibt, sind eigentlich das Ordnungsamt und der Kreis zuständig. Wir warten aber in solchen Fällen nicht auf das Ordnungsamt, sondern handeln und bringen verletzte Tiere zur Tierklinik oder zu einer Organisation, die sich kümmert. Das machen wir aus Good Will“, berichtet Baum.

In Verbindung mit Haus- und Nutztieren gibt es hingegen die klassischen Aufgaben, bei denen nur die Feuerwehr dank ihres besonderen Equipments helfen kann. So musste vor einigen Jahren eine Kuh nach einem unfreiwilligen Bad aus einem Swimmingpool geborgen werden, den sie aus eigener Kraft nicht hätte verlassen können. Große Aufmerksamkeit erregte die zeitaufwendige Aktion, bei der elf Kühe eingefangen wurden. „Damals berichtete die Bildzeitung unter der Überschrift ‚Kuhbra 11’,“ erinnert sich der Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr.

Insgesamt seien die „tierischen“ Rettungsaktionen der Feuerwehr in den meisten Fällen allerdings eher unspektakulär, so Baum. In der jüngsten Zeit wurden keine Katzen von Dächern oder Bäumen geholt. „Hochklettern ist einfacher als Hinabklettern. Doch meistens kommen die Katzen, wenn sie den Weg hinaufgefunden haben, auch wieder alleine runter“, weiß der Feuerwehrchef. Entlaufende Zirkustiere musste er bisher nicht retten. „Um die kümmern sich die Leute vom Zirkus in der Regel selbst. Hierbei gibt die Polizei Hilfestellung. Wir sind da die letzten, die gerufen werden“, erzählt Baum.

Tierfreunde, die einen herrenlos umherirrenden Hund finden, bringen diesen hingegen häufig zur Feuerwehr. In der Regel reicht ein Post auf Facebook, und der Besitzer ist schnell gefunden. „Ich habe noch nie erlebt, dass wir einen Hund ins Tierheim bringen mussten. Meistens werden die Hunde nach wenigen Minuten bereits abgeholt“, erzählt der Stadtbrandinspektor. Eine solche Hilfe sei eine Serviceleistung der Stadtverwaltung.