Korschenbroich: Die neunjährige Mona Mertens ist Weltmeisterin im Voltigieren

Neunjährige Volitigiererin aus Glehn : Eine Weltmeisterin auf dem Pferd

Die neunjährige Mona Mertens aus Glehn war in diesem Sommer Teil der Junioren-Weltmeistermannschaft im Voltigieren. Selbst mitgeturnt hat sie dabei noch nicht. Doch schon jetzt trainiert sie wie die Großen.

„Mühle, in der Luft gedrehte Schere, Grundsitz mit seitlich ausgestreckten Armen, Handstand, Fahne.“ Mona Mertens zählt mühelos all die Übungen auf, die sie – ebenso mühelos – auf dem Rücken eines Pferdes vollführt. Denn Mona Mertens hat ein außergewöhnliches Hobby: Sie voltigiert.

Und das nicht einfach so. Die knapp zehnjährige Schülerin aus Glehn gehört zu der Mannschaft, die bei der Junioren-Weltmeisterschaft im Voltigieren im niederländischen Ermelo Gold geholt hat. Zwar hat sie während der Meisterschaft nicht selbst mitgeturnt, stand aber als Ersatzvoltigiererin bereit.

Wenn Mona zeigen will, wo sich der Rücken von Manni oder Smarti, den heißgeliebten Mannschaftspferden, befindet, muss sie sich enorm recken und dabei auf die Zehenspitzen stellen. Dann kommen ihre Fingerspitzen etwa an 180 Zentimeter ran. Manchmal, weiß ihre Mutter Nina Mertens zu erzählen, beugt Manni seine Nase tief herab, um die Kinder liebevoll zu stupsen. Wie kommt Mona überhaupt auf so ein großes Pferd? Aufgang heißt das in der Fachsprache der Voltigierer.

„Ich laufe aus der Mitte auf das Pferd zu, das an der Longe läuft, fasse den Voltigiergriff und ziehe mich hoch“, erklärt sie, als sei es die leichteste Übung der Welt. Eine nicht ganz unwichtige (und für Nicht-Voltigierer ein wenig beängstigende) Information fügt ihre Mutter hinzu: „Das Pferd läuft dabei im Galopp. Aber das ist leichter als im Schritt, weil man dann genügend Schwung hat.“ Das muss doch eine enorme Verletzungsgefahr bergen, würde man denken, aber: „Noch hat sie sich nicht ernsthaft verletzt. Blaue Flecken gibt es natürlich“, sagt Nina Mertens.

Mona ist schon geritten, da war sie noch nicht geboren. Das Pferdefieber hat sie von ihrer Mutter geerbt. „Ich bin die Pferdemama“, erklärt sie lachend. Pferde, Reiten – das war nie etwas Ungewöhnliches für Mona und ihre ältere Schwester Lena. Von der Mutter in den Stall mitgenommen, erlebten sie den Kontakt zu den Tieren schon von Kindesbeinen an. „Die Pferde waren wie Haustiere“, sagt Nina Mertens.

Die Babysitterin brachte die Kinder auf die Idee, zu voltigieren. Und dann ging alles wie von selbst. Dass Mona einmal im Weltmeisterschaftskader sein würde, hätte am Anfang keiner erwartet. Ihre beste Freundin backte ihr übrigens nach ihrer Heimkehr von der Weltmeisterschaft einen WM-Kuchen und hatte ein Geschenk für sie.

Auch für sie hat Mona noch genügend Zeit. Obwohl sie dreimal wöchentlich drei Stunden im RSV Neuss-Grimlinghausen trainiert und einmal in der Woche das Pferd versorgt. Apropos Training: „Ich würde das kaum durchhalten“, sagt Monas Mutter. Es gibt Kraft-, Ausdauer- und Koordinationstraining. Eine Stunde auf dem echten, ein bis zwei Stunden lang auf einem mechanischen Holzpferd. Ein hoch athletischer Sport, das Voltigieren. Bis zu drei Turner stehen auf dem Pferd und vollführen ihre Figuren in einer Hochleistung von Gleichgewicht und Koordination. Am Ende sehen die Übungen leicht aus, tänzerisch, akrobatisch und wunderschön.

Wichtig ist Nina Mertens, dass das Voltigieren ein Mannschaftssport ist, dass Mona viel draußen ist und Verantwortung übernimmt – für Pferd und Mensch. Zu der Mannschaft gehören neben den beiden Pferden sechs junge Mädchen und ein junger Mann sowie die Longenführerin, die auch die Trainerin ist. Mona ist mit knapp zehn Jahren die jüngste in der Gruppe, die älteste ist 17 Jahre alt. Eine gute Truppe: „Die Großen passen auf die Kleinen auf!“