Korschenbroich: Die Lange Nacht des Schreibens

Kalligraphie und Handlettering in Korschenbroich : Eine Nacht, die nur der schönen Schrift gehörte

Die Schreibmanufaktur „Feder und Tinte“ beteiligte sich an der Langen Nacht des Schreibens. Die Teilnehmer lernten unter anderem Kalligraphie und Handlettering.

Im hochtechnisierten Zeitalter mit schnellen Klicks scheint die Handschrift auf der Strecke zu bleiben. Aber nein, es gibt noch Menschen mit der Liebe zur Handschrift mit persönlicher Note und kreativer Besonderheit. Schreibbegeisterte dieser Art fanden sich nun ein zur zweiten Langen Nacht des Schreibens bei Kalligraphin Ulrike Freier. Die Inhaberin der Schreibmanufaktur „Feder und Tinte“ ist Mitglied der Initiative Schreiben, einem Verein zur Förderung des Kulturguts Handschrift. Die Initiative führte in 18 Städten die Aktion zum Thema „Tinte im Tank - Reisen auf Papier“ durch. Teilnehmer waren aufgefordert, auf edlem Papier ihre persönliche Traumreise handschriftlich festzuhalten.

Wegen der starken Nachfrage wurden die Einführungen in Kalligraphie und Handlettering halbstündlich angeboten. Die Gäste, überwiegend Frauen, widmeten sich zum Beispiel dem Umgang mit Tinte, Pinselstift und einem Füller mit zwei Federn. Manuela Binder war mit zwei Freundinnen gekommen, um diese von der Schönheit und entspannenden Wirkung der Handschrift zu überzeugen. Schon als Kind habe sie sich von Schreibwarenläden magisch angezogen gefühlt, erzählte Binder. Sie hat bereits mehrfach Kalligraphie-Kurse besucht, wollte aber Besonderheiten abseits ihrer bisherigen Erfahrungen kennenlernen. Dazu gehörte am Abend das Handlettering, die Kunst der schönen Buchstaben und ein Trend aus den USA. Mit geübter Hand brachte Freier schwungvolle Buchstaben mit verjüngenden und verdickenden Linien aufs Papier, ergänzte um dekorative Elemente und forderte auf, eigene Möglichkeiten auszutesten. Für den Heimweg gab es ein unbeschriebenes Reisetagebuch für weitere Versuche.

„Für viele bietet die Kalligraphie eine Möglichkeit zur Entschleunigung und kreativen Aufwertung von Geschenken“, weiß Freier. Eine Maklerin erzählte, dass sie durch die Arbeit am Computer, den Schwung der Buchstaben fast verlernt habe. Doch dank der Teilnahme an Kalligraphie-Kursen genieße sie es nun wieder, ihre Unterschrift mit Elan unter ein Dokument zu setzen.

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