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Korschenbroich: Die Hindenburgstraße sollte umbenannt werden

Kommentar zu Hindenburgstraße in Korschenbroich : Ein falscher Kompromiss

Die Aktive will die Straßenschilder an der Hindenburgstraße mit einem Zusatz versehen, der auf die negative Rolle des Namensgebers eingeht. Das reicht als Lösung nicht aus.

Paul von Hindenburg war Monarchist. Er war ein diktatorisch gesinnter Oberbefehlshaber im Ersten Weltkrieg. Er war Reichspräsident einer demokratischen Republik, an die er selbst nicht glaubte.

Es ist daher nur begrüßenswert, dass Die Aktive auf die „sehr negative Rolle“ Hindenburgs in der deutschen Geschichte hinweisen will. Zusatzschilder sollen den Straßennamen künftig einordnen. Ähnlich ist das bereits in anderen Städten gehandhabt worden. Beispielsweise beim Hindenburgplatz in Neuss-Holzheim. Ein netter Kompromiss und dennoch falsch.

Denn Hindenburg war nicht einfach ein alter Mann, der in vergangenen Zeiten schwelgte. Hindenburg war ein Feind der Demokratie. Er hatte persönlich großen Anteil am Ende der Weimarer Republik. Er war es, der Adolf Hitler zum Reichkanzler ernannte. Und erste Verfolgungen von Juden und Andersdenkenden duldete.

Millionen Menschen in Deutschland hätten es eher verdient, dass eine Straße nach ihnen benannt ist. Deshalb kann es nur eine Lösung geben. Umbenennen, auch wenn es unbequem ist.