Korschenbroich: Die Grüne Jugend

Gründung in Korschenbroich : Das ist die neue Grüne Jugend

Im Ortsverband der Korschenbroicher Grünen hat sich eine Jugendgruppe gebildet. Die drei Mädchen im Vorstand informierten nun über ihre Pläne. Das Besondere: Ihre Mitglieder sind ungewöhnlich jung – aber enorm engagiert.

Heftige Stürme, Überschwemmungen, drückende Hitze und verdreckte Meere: Irgendwann hatte Carlotta Lutum genug von all diesen Nachrichten, die sich um die Themen Klimawandel und Umweltverschmutzung drehen. „Ich habe mich schon länger darüber geärgert, wie die Menschen mit unserer Natur umgehen. Da habe ich die Idee gehabt, Politikerin zu werden und jetzt in eine Jugendgruppe zu gehen“, erzählte die Zwölfjährige. Da ihr die Grünen mit ihrem Programm am ehesten zusagten, nahm die Schülerin Kontakt auf zum Ortsverband Korschenbroich. Es gab ein erstes Treffen, an dem auch schon Clémetine Raad (12) und Jule Andretzky (10) teilnahmen. Wenige Monate später bilden diese Drei nun auch den ersten Vorstand der Grünen Jugend Korschenbroich.

Bevor ihr Wirken mit der Gründungsversammlung offiziell wurde, hatten die Mädchen auf einer Infoveranstaltung über ihre Pläne informiert. „Ich mag die Natur sehr gerne und möchte etwas gegen die Verschmutzung tun“, sagte Jule Andretzky. Die Grüne Jugend will sich aber auch sozialen Themen widmen. „Wir wollen ein Altenheim besuchen und uns mit den Senioren unterhalten. Außerdem stört mich der Hass auf Ausländer“, sagte Clémentine Raad.

Und die Grüne Jugend hat weitere Aktionen bereits im Kopf: So will sie demnächst mit Plogging starten, einem Fitnesstrend aus Schweden, bei dem man während des Joggens Müll aufsammelt. Sich nur regelmäßig in der Geschäftsstelle der Grünen im Kuhlenhof zu treffen, um ein wenig Zeit miteinander zu verbringen und über den Klimawandel zu reden, ist nicht die Sache der engagierten Schülerinnen.

„Ich war von Beginn an beeindruckt, wie gut die Mädchen organisiert waren und wie klar sie bereits in ihrer Linie waren. Ihnen ist es wirklich ernst mit dem Engagement“, sagte Manuela Antoni, erste Sprecherin der Korschenbroicher Grünen. So wurde die Infoveranstaltung auch komplett von den Schülerinnen durchgeführt, während Eltern und Kommunalpolitiker gespannt zuhörten. „Natürlich erhoffen wir uns, dass wir mit dieser Gruppe langfristig etwas aufbauen können. So erfahren wir sicherlich noch besser, was die jungen Leute bewegt. Solche Synergieeffekte können sehr wertvoll sein“, sagte Sabine Lufen.

Die Kassiererin der Grünen bezeichnete es trotz des derzeitigen Hypes um die globale Schülerbewegung „Fridays for Future“ als total ungewöhnlich, dass eine Zwölfjährige „auf uns völlig Fremde zukommt und sich so engagiert zeigt“. Ungewöhnlich ist auch, wie jung Korschenbroichs Grüne Jugend bei ihrem Start ist. „In einigen Nachbarstädten gibt es bereits Jugendgruppen unserer Partei, da sind die Mitglieder aber zumeist 16 Jahre oder älter. Wir haben jetzt die jüngste Gruppe“, sagte Antoni. Und das neue Vorstandstrio hat bereits entschieden, die Altersspanne in Korschenbroich auf zehn bis 16 Jahre festzusetzen.

Ein paar Mitstreiter haben Carlotta, Clémentine und Jule bereits gewonnen, zudem wollen sie demnächst Flyer erstellen und Plakate aufhängen. Auch in ihren Schulklassen haben sie von ihrem Engagement berichtet. „Viele waren davon begeistert. Aber den meisten fehlen dann doch ein wenig die Zeit und die Lust, um richtig mitzumachen“, sagte Carlotta Lutum. Dabei sei es eine sehr sinnvolle Angelegenheit, sich zu engagieren. „Wir sind die erste Generation, die so richtig mit den Folgen des Klimawandels aufwächst. Die Bedrohung ist realer geworden“, sagte Carlotta.

Doch auf den Klimawandel will die Grüne Jugend ihr Engagement nicht beschränken. „Wir können die Welt nicht retten, aber wir können dabei helfen, dass Korschenbroich eine abwechslungsreiche, schöne Stadt ist“, sagte Clémentine.

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