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Korschenbroich: Die ersten Restaurants öffnen nach der Corona-Krise wieder

Restaurants in Korschenbroich öffnen wieder : Die Rückkehr der Gastronomen

Seit Montag dürfen Restaurants in Korschenbroich wieder öffnen. Für viele Wirte war die Vorbereitungszeit zu kurz, andere haben bereits wieder die ersten Gäste empfangen. Ein Besuch bei den Familienbetrieben Vennen und Oedinger.

Wilfried Vennen ist zufrieden. Seit rund einer Stunde ist seine Wirtschaft wieder geöffnet und die wenigen Tische, die er besetzen darf, füllen sich langsam. Die meisten Besucher sind Stammgäste. Das Telefon klingelt. Vennen wechselt ins Platt. Sagt dem Anrufer, dass er natürlich reinkommen könne, um sein Bier zu trinken. Nur die Theke, die sei gesperrt.

Seit Montag dürfen Restaurants in NRW wieder öffnen. Unter strengen Hygieneauflagen. Der Mindestabstand muss auch beim Essen eingehalten werden, die Bedienungen tragen Mund-Nasen-Masken. Alle Gäste müssen sich in eine Liste eintragen, um mögliche Infektionsketten später noch nachvollziehen zu können. Auch in der Gaststätte Vennen „Im Alten Brauhaus“ in Liedberg.

„Ich bin froh, dass es endlich wieder los geht“, sagt Gastwirt Wilfried Vennen. Dienstagabend hat er erstmals seit zwei Monaten wieder geöffnet. Mit kleinerer Karte, höherem Aufwand und noch sehr wenigen Tischen. Erst am Donnerstag erwartet er die bestellten Acrylglas-Wände. Dann könne er mehr Tische besetzen. Die Hälfte, schätzt er. „Es ist schon ein erheblicher Aufwand“, sagt Vennen. Das Wochenende habe er mit Vorbereitungen verbracht, um rechtzeitig startklar zu sein. Seinen Lieferservice hat Vennen wieder eingestellt, alle Gerichte können allerdings nach wie vor abgeholt werden.

Ganz so weit sind sie in der Gaststätte Oedinger „Zur Waldesruh“ in Korschenbroich noch nicht. Dort soll am Donnerstag wieder geöffnet sein. „Wir haben in den vergangenen Wochen viel investiert und auf den Tag X hingearbeitet“, sagt Inhaber Markus Oedinger. Dennoch seien die Richtlinien durch die Politik zu kurzfristig kommuniziert worden, um schon zu Wochenbeginn zu öffnen. „Mehr Vorlauf wäre nicht schlecht gewesen“, sagt er.

Marcel, Silvia und Markus Oedinger (v.l.) sind derzeit im Dauereinsatz, um die Gaststätte für die Eröffnung am Donnerstag vorzubereiten. Foto: Marc Latsch

Dafür, dass es überhaupt am Donnerstag losgehen kann, sei die gesamte Familie im Dauereinsatz gewesen. Von seiner Frau Silvia über Sohn Marcel, der kurz vor dem Abschluss seiner Koch-Ausbildung steht, bis hin zur Schwiegermutter haben in den vergangenen Tagen alle geputzt und vorbereitet. Am Mittwoch mussten noch die Speisekarten eingeschweißt werden. Die allerdings nur noch auf Bedarf ausgegeben werden.

„Auf jedem Tisch liegt ein Zettel mit einem Barcode aus“, sagt Oedinger. Wenn die Gäste den Barcode mit ihrem Handy scannen, sehen sie die Speisekarte und können am Handy nach dem passenden Gericht suchen. Damit das problemlos funktioniert, gibt es in der gesamten Gaststätte jetzt auch einen kostenfreien Internet-Zugang. „Wir desinfizieren die Speisekarten für jeden Gast neu“, sagt Oedinger. Noch einfacher und hygienischer sei es allerdings, ganz papierlos auszukommen.

Rund 60 Prozent der Plätze im Restaurant sind ab Donnerstag nutzbar, schätzt Oedinger. Reservierungen seien gerne gesehen, allerdings auch spontane Gäste willkommen. Die Fußball-Bundesliga werden sie zunächst allerdings nicht sehen können. Oedinger ist zwar Sky-Kunde, hält ein Public Viewing aktuell jedoch für nicht möglich. „Gerade bei Borussia-Spielen ist sonst jeder Platz belegt. Alle dicht beieinander“, sagt er. „Ich kann jetzt schlecht zwei Personen reinlassen und den Rest abweisen.“ In den kommenden Wochen gehe es vorrangig um das Essensangebot.

Während sich in Korschenbroich die Stammgäste noch bis Donnerstag gedulden müssen, sitzen Willi und Elfi Gerressen in Liedberg am Dienstagabend bereits an ihrem Tisch und genießen das Essen. „Wunderbar“ sei es wieder im Restaurant zu essen, sagt Elfi Gerressen. „Wir haben gestern schon angerufen, um einen Tisch zu bekommen“, sagt ihr Mann. Das Ehepaar kommt regelmäßig in die Gaststätte Vennen. Da sei für sie klar gewesen, dass sie die Öffnung gleich wieder zum Besuch nutzen. „Es schmeckt wie immer“, sagen beide. Die Stimmung ist bestens, von Corona-Krise keine Spur. Wäre da nicht die Maske, die Gastwirt Wilfried Vennen beim Wein-Einschenken trägt.